Die Eine – Meine FUJI XT-1

 

Dies ist kein ausführliche Review sondern erster Bericht nach 3 Wochen Fuji…

Seit etwa 6 Monaten keimt in mir die Idee, dass nach 5 Jahren Canon DSLR irgendetwas Neues folgen müsste. Planlos und mit unzähligen Alternativen im Kopf begann ich mehr oder minder halbherzig mit der Suche nach einem anderen Kamerasystem. Ich gehöre altersbedingt noch nicht zu den Fotografen, die Mühe mit schwerem Equipment haben, dennoch gab es unzählige Momente, sei es auf Island, in Norwegen oder ab und an in den bayerischen Alpen, da verfluchte ich das Kilo-schwere Gepäck. Jeder ambitionierte Fotograf weiß, dass es kein für-alle-Zwecke-reichendes Objektiv gibt  oder man Kompromisse in der Abbildungsleistung eingehen muss, die in der Regel die eigenen Ansprüche massive untergraben. Also viele Objektive, viele Filter, stabiles Stativ, Batteriefuss und was man sich sonst noch gönnt: Schlimm und schwer – es muss etwas Neues sein.

Warum der Abschied von Canon. Ganz einfach. Ich bin mit der Marktpolitik und dem Kundenservice des Unternehmens unzufrieden – was noch freundlich ausgedrückt ist. Ich weiß nicht, wer eine 750D, eine 760D oder eine 5Ds braucht. Der Markt ist von APS-C bis Vollformat voll. Das Niveau der Linsen ist konstant geblieben, die Preise nicht. Zum Schluss setzte ich nur noch auf die Sigma- Art Serie und Tamron. Beide Anbieter hatten sich eines Besseren besonnen, die Produktion zurück nach Japan verlagert und statt Montagsoptik kam auf einmal wieder Qualität, die der von Canon`s L- Serie in nichts nachsteht, oftmals aber bis zu 20 – 40% günstiger angeboten wird. Außerdem missfiel mir der Dynamikumfang vieler Canon DSLR, wer mal schwarze Bereiche in einer Canon DSLR (ganz gleich welcher Sensor) aufgehellt und dies bei gleichen Einstellungen mit dem Ergebnis einer Sony A7 verglichen hat, dem fielen bald die Augen aus. Ich empfehle hier die Review bei http://www.traumflieger.de 5DMIII vs Sony A7.

Sony, natürlich. Klang wie der logische Schritt – klein, leicht, spiegellos, Vollformat. Aber moment – kaum eigene Objektive. Zugriff auf Leica oder Adapterlösungen? Bester Sensor, beste Technik und Adapterlösung? Nein Danke. Ich weiß, mancher A7 Nerd schwört auf diese Symbiose, die mit der A7II wohl besser geworden ist. Aber ganz einfach, für meinen Body will ich adäquate Objektive vom Hersteller oder zumindest keine Adapterlösungen. Geschmackssache, für mich nur als Hinweis an dieser Stelle, warum ich dann bei Fuji gelandet bin.

Ein guter Freund war es letztendlich, dem gegenüber ich all meine Unzufriedenheit bzgl. Canon äußerte und der mehr oder minder salopp Fuji empfahl. Fuji? Klang für mich zu Beginn wie der Tip, eine Wegwerfknipse zu kaufen oder billige Fotos aus irgendwelchen Drogeriedruckern gespien zu bekommen. Das Fuji einer der Top Hersteller für medizinische Linsen/Gläser ist, hatte ich so wenig auf dem Radar wie die Tatsache,  dass vor mir bereits viele Leute von ihren DSLR auf Fuji umschwenkten. Darunter 5DMIIIler, D810ler und auch Son7aner. Als erste „Beweisfotos“ folgten, wurde aus einem „Aha“ plötzlich ein „Vielleicht ja die“ mit untuitivem „JA!“.

Um die Sache abzukürzen und um über die XT-1 zu schreiben – vor 3 Wochen hielt ich für knapp 5 Tage eine XT-1 in der Hand. Leihweise mit 16mm f/1.4 ; 35mm f/1.4 und 50 – 140mm f/2.8, Königssee und Unterammergau/Alpen…

Exakt eine Woche später kaufte ich mir die Fuji XT-1 mit 16-55 f/2.8 Objektiv. Inzwischen sind das 14mm f/2.8, das 16mm f/1.4, das lichtschwache aber sehr gute 50 – 230 Tele hinzugekommen.

Just my 2 cents

Haptik: Die XT-1 ist die größte unter den Fuji Systemkameras und erhebt momentan den Führungsanspruch. Deutlich leichter als eine DSLR, aber nicht zu klein. Ich hatte als Umsteller von Beginn an nicht nur keine Probleme sondern lernte den Body schätzen. Ohne nun alles aufzuzählen, was in anderen Kritiken bereits steht – die Kamera liegt sicher in der Hand oder den Händen. Nach 5min hatte ich die wichtigsten Einstellräder und deren Funktionen auf dem Radar. Der Retro-Look ließ mein Herz von Beginn an höher schlagen. Unglücklich ist einzig der Platz für den Stativanschluss, die Platte verdeckt zum Teil das Batteriefach, als Stativnutzer/Langzeitbelichter hätte ich mir hier eine andere Lösung gewünscht. Da man mit Hilfe des Batteriefusses aber die Lebenszeit verdoppeln kann, fällt das nicht wirklich ins Gewicht.  Die wichtigen Eckdaten zur Haptik: griffig, stabiler halt, logische Anordnung der Drehräder/Tasten (dem einen oder anderen mag das Steuerkreuz etwas fummelig klein sein, mich stört es nicht), großer Bildschirm (kein Touchdisplay aber das mochte ich eh noch nie, ich hatte schon ohne Finger oft genug Schmierer auf das Glas gezaubert) und ein elektronischer Sucher, der auf Niveau dem der A7 steht, wenn nicht sogar noch einen Ticken besser ist. Vor weniger als 2 Jahren war für mich ein elektronischer Sucher undenkbar (wie auch eine Kamera ohne Sucher für mich undenkbar ist), aber Fuji hat nicht nur nachgelegt sondern das Rad äh den Monitor neu erfunden. Der Body ist gründlich abgedichtet und dürfte manchen Schlag wegstecken…

Technik: Was erwarte ich von einer modernen Kamera, wenn es um mehr als Schnappschüsse geht – Schnellen Autofokus ( die XT-1 arbeitet mit Kontrast – und Phasen AF), viele und einzeln ansteuerbare Messfelder (wenn ich richtig liege 49 bei der XT-1). Gutes Rauschverhalten im High ISO Bereich. Großen Dynamikumfang, Bulb Funktion, meinetwegen Mehrfachbelichtung. Die XT-1 erfüllt alle Ansprüche, die man von modernen DSLRs gewohnt ist. Und oftmals geht sie darüber hinaus. Was sie nicht besitzt und warum sie meines Erachtens nur bedingt für Einsteiger geeignet ist – keine Motivprogramme. Die „Vollautomatik“ existiert zwar, würde aber den Fähigkeiten der Kamera keinerlei Rechnung tragen. Zwar gibt es Filmsimulationen, die in Echtzeit angewandt und faktisch vor Auslösen schon im Sucher/Display betrachtet werden können, doch dies hat mit Motivprogrammen und vereinfachtem Fotografieren wenig gemein.

Bildqualität: Nicht jeder wird das gern lesen, die Fuji XT-1 besitzt einen APS-C Sensor mit 16MP Auflösung. Wer nun rechnet, weiß, dass 16Millionen Pixel am Cropsensor ungefähr dasselbe ergeben wie 24Millionen Pixel am Vollformatsensor. Was heißt das. Weniger Schärfentiefe, weniger Details, mehr Rauschen? I am so sorry, das mag für viele Kameras mit APS-C Sensor gelten, nicht für die XT-1. Die Bildqualität steht auf einer Stufe mit den Consumer Vollformatkameras und zwar locker bis ISO1600. Bitte keine Einwände wegen irgendwelcher Laborwerte. Ich richte mich nach Ergebnissen in der Praxis. Diese Kamera setzt man ohne nachzudenken bis ISO1600 ein, ohne überhaupt an Bildrauschen zu denken. Was bei ISO3200 sichtbar wird, bügelt jede gute Software mit wenig Verlusten weg und auch wenn bei ISO6400 das Rauschen sichtbar wird, dann ist es Jammern auf hohem Niveau. Dies ist eine völlig neue Erfahrung für mich. Ich habe keinen Schimmer, mit welchem Algorithmus die Kamera arbeitet, aber sie arbeitet richtig. Die Pixelanordnung auf dem Sensor unterscheidet sich vollends von der gängigen Praxis bei DSLRs, Farbsignale und Licht werden anders verarbeitet. Der fehlende Tiefpassfilter sorgt obendrein für gestochen scharfe Bilder, Detailreichtum und echte Farben.  Scharf … ich möchte es positiv verstanden wissen: Extrem scharf. Und dies ohne auch nur ein Setting für die interne Kameraverarbeitung zu pushen. Als Fan der Natur – und Landschaftsfotografie ein ultimatives Plus. Keine Angst, Model- und People- Knipser, entschärfen am Rechner ist defintiv leichter als nachzuschärfen. Insgesamt weiß mich die Bildqualität absolut zu überzeugen, wohingegen ich mit der Fuji- RAWkonverter Software noch Probleme habe. Vielleicht zu sehr Lightroom/Camera RAW verwöhnt. Fakt ist, die XT-1 braucht sich vor den großen und noch teureren Kameras nicht verstecken. Wer aus dem Kasten keine guten Bilder zaubert, der sollte nicht über die Kamera sondern seine eventuell mangelnden Fähigkeiten meckern.

Objektive: Fuji rüstet fleissig auf und inzwischen (ich bin ja nun erst 3 Wochen üebrhaupt dabei) gibt es vom Weitwinkel bis in den Telebereich eine sehr gute Auswahl. Zweifelsohne liegen bei Fuji die Festbrennweiten im Mittelpunkt, es gibt unzählige Objektive zwischen  14mm – 60mm, die durchweg mit Lichtstärken zwischen 1.2, 1.4, 2.0 bis 2.8 ausgestattet sind. Der Cropfaktor des Sensors liegt übrigens bei 1,5 – größtmöglichen Weitwinkel bietet derzeit das Fuji 10-24mm f/4, ergo 15 – 36mm aquivalent Kleinbild. Mir genügen momentan aber das 14er, 16 und 16-55. Zeiss baut als einziger Hersteller derzeit Linsen, die vollständig das Fujisystem unterstützen – also AF, Blende können genutzt werden bzw. diese Objektive werden von der Kamera erkannt. Vorsicht, ansonsten gibt es nur Adapterlösungen, die aber (auch wenn es die Werbung manchmal suggeriert) ohne AF, Blendenvorwahl und all das auskommen müssen. Hier heißt es, alles manuell vorzunehmen. Oftmals wird nur die Offenblende des Fremdobjektivs genutzt, wie jeder weiß, stellt man bei Fuji die Blende meistens an den Objektiven ein. Dies bieten andere Hersteller nicht an und ohne elektonische Kommunikation kann auch die Kamera  die Blende nicht ansteuern. Übrigens verriet mir der Fotohändler meines Vertrauens, dass auch die Zeiss-Linsen bestenfalls auf dem Niveau der XF- Objektive von Fuji sind. Sehr teuer aber keinesfalls besser. Im Hause Fuji wohnt es sich also am Besten.

Fazit: Ok, momentane Bestandsaufnahme, die erste Feuerprobe erfolgt im isländischen Winter Februar 2015.

Was ist die XT-1? Besser, was ist sie nicht. Sie ist keine Zweitkamera. Sie ist keine Kompromisslösung. Sie ist nicht billig. Die XT-1 hat einen eigenen Platz, sie ist gemacht für Leute mit ambitionierten bis hin zu professionellen Ansprüchen. Sie ist kein Spielzeug. Keine Nebenbei-Erscheinung. Diese Kamera ist wegweisend und erfüllt nahezu jeden Anspruch. Mangels Super-Teleobjektiven ist sie für die Sportfotografie (noch) nicht geeignet, ansonsten deckt sie alle Ansprüche ab. Meines Erachtens die perfekte Symbiose aus Retrolook mit toller Haptik und Tonnen von Technik im Innern. Die Kamera „zwingt“ zum Fotografieren. Vielleicht verfalle ich ins Palavern, aber diese Räder und Rädchen wollen bedient werden. Hier wird Fotografieren wieder zum Fotografieren. Jede Einstellungsänderung erlebt man Echtzeit im elektronischen Sucher. Die Anzeige dreht sich übrigens auch, wenn man ins Hochkantformat wechselt. In Sekundenschnelle springt man – je nach Bedarf – von der Automatik in die Blenden- oder Zeitpriorität, von den manuellen Belichtungseinstellungen (ohnehin mein Favorit) hin in den Bulb Modus. Muss ich erwähnen, dass neben dem mechanischen Verschluss (1/4000 – 30 sek) ein elektronischer Verschluss vorhanden ist, der bis zu 1/32000sek schnell auslösen kann ( bitte nicht im Neonlicht)? Das heißt, das 56 1/2. kann bei hellstem Tageslicht offenblendig genutzt werden. Wenn man es braucht. Mir ist die BULB- Funktion wichtiger. Natürlich kann man mechanisch oder elektronisch auslösen oder überlässt der Kamera, wie sie auslöst. Manuell Fokussieren ist übrigens gleich in 3 Varianten möglich, ohne dies zu vertiefen – selbst in dunkelster Nacht kann man so noch treffsicher anvisieren.

Negatives: Diese Kamera macht süchtig – Spass beiseite. Die Sache mit dem Batteriefach, ok. Schnelle Speicherkarten sind Pflicht, auch bei Einzelaufnahmen: lahmt die SD-Karte, lahmt die Speicherung. Ist die Karte schnell (bis 300MB/sek werden unterstützt), ist das Speichern schnell. Der Stromverbrauch ist vergleichsweise hoch, aber das mag nun einfach der Sache geschuldet sein, dass u.a. der elektonische Sucher ein Maximum an Leistung hergibt. Im Zweifelfalls kann man Sucher oder Monitor abschalten oder über den Augensensor wechselt der Bildschirm automatisch mit. Oder oder oder. Dem einen oder anderen ist das Menü vielleicht zu verwirrend – mich stört es nicht. Es gibt ja glücklicherweise ein Schnellwahlmenü und obendrein 7fn Speicherplätze, wo man Einstellungen nach Neigungen abspeichern und schnell aufrufen kann. Übrirgen lässt sich die ganze Kamera nach Belieben konfigurieren, Tasten/Räder belegen und zum Schluss: Fuji umsorgt den Kunden durch regelmäßige Updates, was sowohl die Kamera als auch Objektive anbelangt. Ein Service, den man bei anderen Herstellern vergeblich sucht.

Bei Fragen/Anregungen bitte Mail an: thorns@hotmail.de

Danke

 

 

 

 

 

 

 

 

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