Meine X-T2 Settings

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Hier und da tauchen immer wieder Fragen auf, welche Einstellungen für die Fujifilm X-T2 die besten oder richtigen wären. Wie so oft gibt es keine pauschale Antwort, denn es gibt fotografische Situationen wie Sand am Meer. Daher möchte ich auf  wenige grundlegende Settings eingehen, die größtenteils unabhängig von der jeweiligen Situation im Gerät stecken.
Die grundlegenden Einstellungen
RAW/JPEG:
Die Fujifilm X-T2 ist bekanntlich mit 2 Kartenslots ausgestattet. Ich nutze in beiden Schächten 128GB Speicherkarten, die nicht für schnelle Serienraten gemacht sind. Allerdings ausreichend schnell für meine Zwecke. Da ich immer im RAW und JPEG Format aufzeichne, trenne ich auf den Karten auch nach RAW (Steckplatz 1) und JPEG (Steckplatz 2) – gewisse Verlustparanoia begleiten mich zwar auch ab und an aber nach jeder Session wandern meine Daten schnell auf Festplatten und die letzten Jahre funktionierte das problemfrei. Die JPEGS nehme ich in höchster Qualität auf, RAWS bleiben unkomprimiert  – lieber mehr Daten, dafür flexible Verarbeitung mit verschiedener Software. Bei 128 GB Speicher ist dies selbsterklärend.
Filmsimulationen:
Wenn ich im Single Shot Modus arbeite, sind meine JEGS standardmäßig  auf Classic Chrome eingestellt. Die X-T2 kann inzwischen aber in der Bracketing Funktion (BRK) JPEGS und RAWS aufzeichnen. Eine Neuerung, die an der X-T1 fehlte. Nicht all zu oft, doch ab und an arbeite ich mit dieser Funktion statt dem Single Shot Modus – es werden 3 JPEGs angelegt und die Simulationen auch in die RAW Dateien  eingebettet. Beim Bracketing mit Filmsimulation arbeite ich meist mit Classic Chrome,  Velvia und Acros – was natürlich immer szeneabhängig ist.  Man sollte aufpassen, bei längeren Shootings hat man sehr schnell sehr viel Bilder und trotz ausreichend Speicher kann das schnell zu hoffnungslos vielen Daten führen, die man letztendlich gar nicht benötigt.
Feineinstellungen JPEG:
Hier gibt es verschiedene Auffassungen und jeder sollte seine eigenen Erfahrungen machen. Die JPEGS sollten auch individuell auf die entsprechenden Filmsimulationen abgestimmt werden – denn jede Simulation bringt bestimmte Charakter z. B. bei Spitzlichtern/Schatten und in Sättigung/Schärfe mit.  VELVIA z.B. ist bereits eine farbverstärkte Simulation, hier sollte die Sättigung nicht gepusht werden. Classic Chrome lebt von gedämpften Farben, auch hier macht ein Anheben der Sättigung keinen Sinn. Simulationen, die weicher zeichnen, sollten keine Erhöhung der Schärfe oder Kontraste erfahren.
Bei Classic Chrome/ Velvia nutze ich folgende Settings:
WB: Auto ; NR: 0 ; H Tone: – 1 ; S- Tone – 1 ; Color: 0 ; Sharp 0
Alle JPEG Einstellungen werden in die RAW Datei eingebettet. Das RAW selber ist natürlich nachträglich in alle Richtungen zu ändern. In den Weißabgleich greife ich nur manuell ein wenn die Kamera wirklich einmal daneben liegt – JPEGS sind nicht korrigierbar, für das RAW spielt es keine Rolle, da ist der WB auch nachträglich möglich. Aufpassen – das Histogramm bindet die JPEG Vorgaben in seine Anzeige mit ein! Das sollte man nicht aus den Augen verlieren. Das Histogramm ist verbindlicher, wenn man im JPEG Modus ohne Filmsimulation/Effekte aufzeichnet oder gar nur das RAW Format nutzt.
Dynamic Range Push:
Fujifilm bietet die Option, den Dynamikumfang um 1 oder 2 Blendenstufen zu erhöhen. Diese Option steht bei ISO 400 (DR 200%) und ab ISO 800 (DR 400%) zur Verfügung. Ergo – etwas mehr Rauschen, dafür etwas mehr Dynamik. Was viele Nutzer verkennen – dieser erhöhte Dynamikumfang bezieht sich ausschließlich auf die Spitzlichter. Was in der Praxis heißt, die Tiefen müssen richtig belichtet werden, durch den Dynamik Push kann dabei die Zeichnung in den hellen Bereichen des Bildes erhalten werden. Dies setzt allerdings ein korrektes Messen und Belichten voraus. Abgesoffene Schatten bleiben abgesoffen und durch die erhöhte Signalverstärkung wird dann obendrein das Bildrauschen in diesen Bereichen auch verstärkt. Ich empfehle hier das Buch Rico Pfirstinger – Fujifilm X-T2 120 Profittipps um sich bei diesem Thema (und vielen anderen X-T2 Settings) schlau zu lesen. Kurz gefasst – der DR Push steigert nicht grundsätzlich den Dynamikumfang der Kamera. Und trotz des sehr guten Rauschverhaltens der X-T2 sollte immer überlegt werden, ob es nicht sinnvollere Methoden wie zum Beispiel Grauverlaufsfilter oder Mehrfachbelichtungen gibt, um harte Licht – Schattenkontraste im Griff zu haben.
Die anderen Einstellungen 
Das Rad zur Belichtungskorrektur steht bei mir immer auf „C“ und ermöglicht mir so 5 feinangestimmte Stufen um korrekt zu belichten. Am vorderen Drehrad (unterhalb des Auslösers) kann ich die Belichtungskorrektur vornehmen.
In 90% aller Fotos arbeite ich mit der Mehrfeldmessung, nur selten wechsle ich zur Spotmessung. Die Spotmessung ist oftmals sinnvoll bei Nahaufnahmen oder harten Kontrastunterschieden und nur ein bestimmter Punkt gemessen werden soll.
Der Autofokus arbeitet in aller Regel im mittleren Größenbereich, ebenfalls selten stelle ich auf ein Singlefeld. Standardmäßig arbeite ich mit 91 statt 325 Fokusfeldern – die große Zahl nutze ich eher bei Close Ups und Detailaufnahmen, wo der Punkt exakt sitzen muss. Mit dem Steuerkreuz ist ein schneller Fokuspunktwechsel und somit schnelles Scharfstellen möglich, auf der oberen Taste des Steuerkreuzes liegt das Menü für die Art des Fokusbereichs.
Die rechte Taste des Steuerkreuzes bringt mich in das AUTO ISO Menü. Die untere Taste öffnet die Option des Selbstauslösers und auf der linken Taste findet sich die Fokuslupe im manuellen Fokussierbetrieb.
Es gibt natürlich noch etliche weitere Settings und Schnellwahltasten, doch diese sollen hier gar nicht von Relevanz sein. Jeder sollte für sich seine Einstellungen finden – die sich auch mehr oder minder komfortabel im Schnellmenü speichern lassen. Es gibt keine Einstellungen, die immer und für jede Situation geeignet sind, wichtig ist nur, die vielfältigen Optionen der Kamera zu kennen und einzusetzen – eine X-T2 ist keine Vollautomatikknipse.
A – P – M Modus / ISO
Grundsätzlich arbeitet ich mit der Kamera im A – Modus, also mit Blendenpriorität. Selbst wenn es Tieraufnahmen sind, ziehe ich die Blendenvorgabe vor und kann im Bedarfsfall durch Änderung der ISO die Verschlusszeit korrigieren. Nur in wenigen Fällen gebe ich mich der Bequemlichkeit hin und arbeite mit einer AUTO ISO Option. Die 3 AUTO ISO Vorgaben lauten bei mir: ISO200 – ISO800 ; ISO200 – ISO1600 ; ISO800 – ISO3200 – drittes Setting nur, wenn ich sehr schnelle Auslösezeiten benötige.  Sollte es tatsächlich Situationen geben, in denen ich jenseits der ISO3200 – also höher –  fotografieren muss, gebe ich diese Einstellung wieder manuell vor. Die Blendenvorwahl gestattet mir, flexibel mit der Schärfentiefe zu arbeiten und zum Beispiel im Wald schnell zwischen Landschaftsaufnahmen mit geschlossener Blende und offenblendigen Close Ups wechseln. Vor jedem Auslösen erfolgt durch den EVF eine letzte Kontrolle, ob z.B. bei Blende 8 mit ISO200 noch eine verwacklungsfreie Verschlusszeit gegeben ist, wie das Histogramm ausschaut usw..
Wenn ich nicht den A – Modus nutze, arbeite ich im M – Modus oder beim Einsatz von Neutraldichtefiltern (ND 3.0 oder größer) im Bulb Modus – ergo bei minutenlangen Belichtungszeiten. In aller Regel arbeite ich dann ausschließlich mit Stativ, selbst wenn es sich um Belichtungszeiten handelt, die Freihand noch realisierbar wären.

Also:

Viele Settings haben unmittelbaren Einfluss auf das JPEG Ergebnis. Viele JPEG Settings werden von Fuji in der RAW Datei hinterlegt. Somit gibt es sowohl für reine JPEG Knipser wie auch RAW Enthusiasten ausreichend Gestaltungsspielraum. Ich empfehle, grundsätzlich im JPEG und RAW Format aufzuzeichnen. Selbst wenn man keine Zeit in Bildbearbeitung und Photoshop stecken möchte. Eine RAW Datei gibt einem immer die Chance, eventuell verhunzte Bilder zu retten – Weißabgleich, Schatten, Farben. Benötigt man diese Daten nicht, kann man sie schließlich auch einfach löschen.

 

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