X Bajonett Objektive & Fujinon

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XT20 + FD200
Das Unternehmen Fuji(-film) gehört weltweit zu den führenden Herstellern optischer Gläser. So verwundert es kaum, dass inzwischen viele Fotografen nicht nur das X – Kamerasystem, sondern insbesondere die hochwertigen Objektive schätzen lernten. Entgegen der Meinung vieler Fotografen empfinde ich die Preislage der meisten Fujinons moderat, vielleicht auch, weil Preis- und Leistung in einem sehr guten Verhältnis stehen. Sucht man die äquivalenten Objektive mit entsprechender Brennweite und Lichtstärke anderer namhafter Hersteller, zahlt man in aller Regel deutlich mehr und die Fujinon Objektive sind qualitativ mindestens ebenbürtig bei deutlich geringerer Größe und geringerem Gewicht.
Der Objektivfuhrpark für das X – Bajonett ist inzwischen ordentlich angewachsen und es werden Brennweiten von 10mm  bis 400mm angeboten.
Festbrennweiten: 14mm; 16mm; 18mm; 23mm (2 Versionen), 27mm, 35mm (2 Versionen), 50mm; 56mm (2 Versionen), 60mm (1:2 Makro); 80mm (1:1 Makro) – aktuell angekündigt: 200mm f/2 (eventuell 2019 mit Schlafplatz hinter der Frontlinse)
Zoom Objektive: 16-50mm (XC); 15-45mm (XC); 18-55mm; 16-55mm; 18-135mm; 10-24mm;  50-230mm (XC); 55-200mm; 100-400mm
Alle nicht „XC“ gekennzeichneten Objektive gehören der höherwertigen XF Klasse an – während die Abbildungsleistung nur geringfügig unter denen der XF Versionen liegt, bestehen diese Objektive überwiegend aus Plastik (Tubus). Einige Objektive wie das XF 16mm, XF 16-55mm, XF 35mm f/2 und XF 50mm f/2 sind zudem wetterfest, ergo abgedichtet. Diese Objektive sind bei Schlechtwettereinsätzen an wetterfesten Kameras wie der X-T1, X-T2 oder der X-Pro Linie sinnvoll.
Die GF Linie beinhaltet den Objektiv Fuhrpark für das GFX- Mittelformatsystem, auf den ich hier nicht eingehe.
Ebenfalls mit Autofokus und X Bajonett versehen sind diverse Zeiss Objektive mit 12mm, 32mm und 50mm (Makro) – Brennweite. Da ich diese Objektive nicht nutze, kann ich zu deren Abbildungsleistung nichts sagen. Da es im Gegensatz zu den Original Fujinons keine Firmwareupdates gibt, sollte sie denen auch unterlegen sein.
Via Adapter sind nahezu alle alten und neuen Objektive am X – Bajonett nutzbar. Wichtig zu wissen ist, dass keinerlei elektronische Kommunikation zwischen Objektiv und Kamera stattfindet. Sofern möglich, muss die Blende am Objektiv eingestellt werden, die Fokussierung/Scharfstellung erfolgt rein manuell. Insbesondere alte Objektive sorgen oftmals für einen sehr einzigartigen Bildlook und können auch die Experimentierfreude bedienen. Inzwischen gibt es unzählige Hersteller für moderne analoge Objektive und bieten diese extrem günstig an. Der Vertrieb erfolgt unter verschiedenen Brandings  (z. B. 7artisans, Meike, usw.) – hier stellt sich die Frage, ob alte, gebraucht- analoge Objektive zu gleichen (oder noch deutlich günstigeren Preisen) nicht grundsätzlich die bessere Wahl sind. Andere Hersteller wie Walimex (ergo Samyang) setzen auf analoge und hochwertige Objektive mit manueller Blende und Fokuskontrolle – diese Objektive sind oftmals vergleichsweise groß und schwer, besitzen zwar einen Fuji X Anschluss aber Größe und Gewicht stehen nicht unbedingt in Relation zur X Kamera.
Manuelles Fokussieren entschleunigt nicht nur, sondern ist auch relativ einfach Dank der Fokus Peaking Funktion (Kantenanhebnung beim Scharfstellen). Obendrein können Einsteiger hier perfekt nachvollziehen, was das Schließen und Öffnen der Blende bewirkt: vom Bokeh bis zur hypofokalen Distanz.
Beim Adaptieren von Fremdobjektiven muss beim Kauf entsprechender Adapter darauf geachtet werden, dass der Fokus auf „unendlich“ gestellt werden kann. Diese Funktion tritt immer außer Kraft, wenn obendrein Zwischenringe genutzt werden, um den Fokusabstand zwischen Frontlinse und Motiv zu verkürzen (Nahstellgrenze). Adapter sind zwischen 10 Euro bis 400 Euro (oder mehr, siehe Metabones) erhältlich. Hier gibt es Anbieter wie Sand am Meer – man sollte darauf achten, dass sowohl der Adapter an der Kamera wie auch das Objektiv am Adapter kein Spiel haben. Lichtundurchlässigkeit ist eben so wichtig.
Fujinons:
Ich hatte vor einigen Wochen bereits meinen gegenwärtigen Objektiv Fuhrpark vorgestellt, daher kann ich mich hier etwas allgemeiner halten. Wie bereits erwähnt, baut Fuji keine schlechten Objektive. Auftauchende Nerd- Diskussionen wie “ 18-55 doch nicht so gut?!“ und „all meine Objektive sind fehljustiert weil sie wohl in China produziert wurden“ gehören in die Sparte der Fantasten und Panikmacher. Aus China kommt nicht nur Schrott und wer bei spiegellosen Systemen gar Front – und Back Fokus feststellt, setzt die geltende Physik außer Kraft, denn diese Probleme sind Kameras mit Spiegel vorbehalten. Die meisten Fujinons sind recht lichtstarke Objektive, von f/1.2 bis f/2.8  findet man ein recht große Auswahl. Diese Objektive sind auch mit Offenblende sehr gut nutzbar – diese ist bei Weitem nicht bei allen Linsen mit f/1.4 oder stärker der Fall.
Die beste Abbildungsleistung (auch ideale oder Arbeitsblende) findet man regulär wenn das Objektiv 2 oder 3 Stufen abgeblendet wird. Weitwinkelobjektive wie das XF 18-55, XF 10 – 24  oder XF 16-55 sollten in aller Regel bis f/8 genutzt werden. f/11 gibt noch gute Ergebnisse, ab f/16 tritt Beugungsunschärfe mehr oder minder gut sichtbar in Erscheinung. Zwar arbeitet die digitale Objektivkorrektur in der Kamera sehr gut, aber ich empfehle jedem, seine Objektive von maximaler Blende bis kleinstmöglicher Blende zu testen – auf dem Stativ –  eine Szene und dann z.B. in vollen Blendenstufen von f/1.4 f/2 f/2.8 f/4 f/5.6 f/8 f/11 f/16 bis f/22 im RAW aufzunehmen. Anschließend die Ergebnisse am Monitor in der 100 % Ansicht betrachten. So stellt man fest, welche Leistung ein Objektiv bei jeder Blende erbringt. Beugungsunschärfe, chromatische Aberationen oder auch Verzeichnung und Vignettierung lernt man so zu erkennen und möglichst schon beim Knipsen zu vermeiden. Jeden Schritt, den ich in der Nachbearbeitung nicht durchführen muss, dient der Bildqualität und der Verkürzung der Bearbeitungszeit.
Die gute Nachricht, Fuji hat viele Abbildungsfehler sehr gut im Griff. Die meisten Probleme treten (wie bei allen Optiken) in der Regal bei Offenblende auf oder wenn die Blende extrem geschlossen wird. Es geht auch nicht um Pixelpeeperei sondern darum, seine Objektive möglichst gut zu kennen und effektiver einzusetzen. Festbrennweiten sind in aller Regel Zoom Objektiven immer überlegen was die Abbildungsleistung anbelangt. Das XF 16-55 hat in allen Brennweitenbereichen eine sehr gute Performance, der kleine Bruder XF 18-55 leistet sich am unteren und oberen Bereich einige Schwächen, dazwischen spielt er aber fast auf dem Niveau des XF 16-55 mit. Über jeden Zweifel erhaben sind das XF 14mm f/2.8, XF 23mm f/1.4 und vor allem das 16mm f/1.4, das obendrein wetterfest ist.
Es lohnt sich, regelmäßig bei Fuji Rumors oder Fujifilm selbst zu schauen. Firmware Updates bei Kameras werden immer angekündigt – mir geht es zumindest so, dass ich es bei Objektiven gern verpasse. Diese Updates beseitigen nicht nur Fehler  früherer Firmware Versionen sondern verbessern oftmals auch die gesamte Performance. Ein Consumer – orientiertes Verhalten, das bei Weitem nicht alle Kamerahersteller an den Tag legen.
Bei Fragen einfach die Kommentarbox füllen 🙂
PS: Das Foto, welches diesen Beitrag ziert, zeigt meine ehemalige X-T20 mit einem Soligor 400mm f/5.6 Tele Objektiv  via FD – X Mount Adapter. Da es als Immerdrauf etwas unhandlich ist, habe ich es für Vollmondbilder genutzt.

 

 

 

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