Nord Island (20)Foto: Goðafoss Sony A7 + FE 16-35mm f/4 18mm f/11 ISO125 10 Sek
Nord Island (29)Foto: Goðafoss Fuji X-T1 + XF 16-55mm f/2.8 LM WR 16mm f/8 ISO200 3,5 Sek
Vor einiger Zeit hatte ich hier bereits zum Thema Sensorgröße etwas geschrieben: Der Mythos, Vollformat wäre besser als Halbformat. Um nicht einfach denselben Beitrag zu wiederholen, hier einige technischere Punkte, die vielleicht mit manchem Vorurteil oder Werbeslogan aufräumen.
Spezifische Kameras kauft man nicht wegen des Sensors, sondern wegen der Einsatzgebiete. Wäre dem nicht so, könnte der gesamte Kameramarkt massiv bereinigt werden. Die Mehrheit der heutigen modernen Kameras sind Universalgeräte, nahezu jede Kamera beherrscht neben dem Erstellen von Bildern die Option, Videos aufzunehmen. Alle digitalen Kameras verfügen über Autofokussysteme, AF Verfolgungsmodi und Fokussierhilfen beim manuellen Scharfstellen (Live View, Peaking usw.). Kameras ab dem mittleren Preissegment bieten die Option, Bildinformationen in digitale Negative (RAW oder DNG) zu schreiben und dem Fotografen somit die maximale Freiheit beim Bildentwickeln zu ermöglichen. Selbst höherwertige Smartphones sind heutzutage in der Lage, die Daten ihrer Minisensoren unkomprimiert zur Verfügung zu stellen.
Das „Vollformat“ ist dabei weder eine besondere Größe noch außergewöhnliche Erfindung, schließlich war zu Analogzeiten der 35mm Film die massenkompatibelste Größe, Profis setzten auf das Mittelformat und die Oberprofis auf das Großformat. Welchen Vorteil hatten Mittel- und Großformat? Nun, in erster Linie waren es die Kamerasysteme, welche große Druckausgaben ermöglichten. Und dies gilt auch heute noch. Heute spricht man nicht mehr von Filmformaten sondern Sensorgröße und Sensorauflösung. Und auch da gilt wie zu Analogzeiten eines: Physik.
Zwar werkeln die Kamerahersteller seit Jahren an der Technik, an Dioden, Leitern, Platinen und Software und insbesondere das Unternehmen Sony sticht durch eine stetige Verbesserung seiner Spitzenmodelle hervor. Zumindest suggeriert das die eigene Werbung und diverse höchst unabhängige Test- Seiten. Ich weiß noch, wie vor wenigen Jahren die Sony A7 als erste spiegellose Systemkamera mit 24x36mm Sensor auf den Markt kam- mit dem schlechten 28-70mm Kit und der lahmen 55mm f/1.8 Gurke als Portrait Objektiv und dem 28mm f/2 Plastikbecher. Inzwischen reden wir von der 3. Generation der A7 / A7R Serie, die A7S III wird sicherlich auch demnächst erscheinen und nahezu mythisch schwebt in aller öffentlicher Wahrnehmung die A9 als Flaggschiff. Vermutlich wird in 12 Monaten auch diese Generation durch noch bessere Kameras abgelöst und mancher Nerd wird sich emsig von dem Equipment trennen, dass zumindest für 12 Monate als Maß aller Dinge galt. Immerhin, man muss Sony für dieses erfolgreiche Marketing gratulieren. Inzwischen existiert nebenbei auch ein gut ausgebauter Objektivfuhrpark, der in Preis und Größe sehr üppig ausfällt. Wer sparen muss, nutzt seine EF Objektive via Adapter an und erfreut sich mehr oder minder guter Autofokusfunktionen. Klingt etwas sarkastisch? Jain, Sony baut sehr gute Sensoren, schließlich profitieren u.a. auch hochwertige Nikon Kameras von der Sony Baureihe. Aber Sony baut weder die besten Kameras noch die hochwertigsten.
Genau genommen baut niemand die besten Kameras, weil zu viele Kriterien die Qualität einer Kamera ausmachen. Und dies meine ich ohne die Floskel, die beste Kamera ist jene, die man dabei hat.
Zurück zur Physik.
Sensorgröße muss immer in Relation zur Sensorauflösung gesehen werden. Und Sensorauflösung muss durch optisches Glas ausgereizt werden. Ergo, ein Vollformatsensor mit 36MP oder 42MP Auflösung klingt gigantisch, wenn das Objektiv aber die Detailaufnahme aufgrund schlechter Gläservergütung nicht hergibt, nützt der Sensor mit dieser Auflösung nichts. Was im Umkehrschluss bedeutet, nur hochwertige Objektive (gleichsam sehr teure und große Objektive) machen an einer solchen Kamera wie der Sony A7R , der Canon 5DS oder Nikon D850 Sinn. Während die DSLR Boliden haptisch mit großen Objektiven sehr gut harmonieren, kommen an der A7R oder A9 bereits die ersten Probleme auf, da das Gehäuse um einiges kleiner und weit weniger griffig ist. Im Umkehrschluss hat Sensorauflösung für Webauftritte – Facebook und co – keine Relevanz. Ob Man Bilder mit 8 MP, 16 MP, 24 MP oder mehr ins Netz stellt – für die Darstellung an Monitoren ist die Sensorauflösung irrelevant, selbst wenn das Bild nicht komprimiert wird. Hohe Sensorauflösung ist primär und nach wie vor Großdrucken zuträglich. Geichzeitig ist das Beschneiden im größeren Stil möglich – also ein 36 MP Bild kann man schmerzfrei um 50 % beschneiden und hat dennoch ein tadellos aufgelöstes Bild für Monitore und Din A3 Drucke ohne Verlust von Details.
Bildrauschen und Sensorgröße sind nur in Relation mit der Sensorauflösung zu bewerten. Zu behaupten, ein Vollformatsensor rauscht weniger als ein Halbformatsensor, ist nur ein Bruchteil der Wahrheit, weil Sensorgröße immer im Verhältnis zur Auflösung steht. Das heißt, ein Vollformatsensor mit 24 MP Auflösung ist einem Halbformatsensor mit Crop Faktor 1.5 und ebenfalls 24 MP Auflösung mit hoher Wahrscheinlichkeit überlegen – Ausgehend von der Annahme, die Sensoren sind bis auf die Baugröße identischer Natur. Mancher sagt, man könne die Fuji X-T1 vom Rauschverhalten nicht mit der Canon 5 D Mark III vergleichen, weil die Fuji mit nur 16 MP auflöst. Dabei kann man aufgrund des Crop Faktors eben genau diese beiden Sensoren vergleichen: 24 MP / Crop 1.5 ergibt 16 MP:
Und daher ist die Feststellung korrekt, dass die X-T1 ein so gutes Rauschverhalten wie die 5 D Mark III besitzt.
Inzwischen wird bei Vollformatsensoren wieder verstärkt auf Megapixelwahn gesetzt – zwar gibt es Materialverbesserungen bei der Produktion von Sensoren und verbesserte Signalverarbeitung, doch die grundlegenden Probleme der Physik können nicht ausgehebelt werden. Nach dem heutigen Stand der Technik sollten Halbformatsensoren mit 12 MP bis 24 MP ausgerüstet sein, Vollformatsensoren mit 18 MP bis 36 MP. Das Mittelformat kann dementsprechend 42 MP bis zu 100 MP bedienen. Die A7R zum Beispiel rauscht bereits bei ISO 1600 sichtbar. Die Canon 5 DS ist bei ISO 800 bereits am Limit. Man könnte auch sagen – Schönwetterkameras, die bei guten Bedingungen und kleiner ISO sehr detailreiche Bilder aufnehmen. Das ist zwar legitim aber für mich in dieser Preislage nicht hinnehmbar.
Ein weiterer zauberhafter Begriff in vielen Rezensionen und Tests ist die sogenannte Kantenschärfe, auch Akutanz genannt – die Übergänge von dunkel zu hell – desto stärker bzw. abrupter der Übergang, umso höher der Eindruck von Schärfe. Ebenso in diesem Atemzug schreiben viele Labore von Linienpaaren – dem Auflösungsvermögen von Optiken/Sensoren im Millimeterbereich – ergo die Detaildarstellung. Die Messverfahren hierzu sind noch immer nicht einheitlich, dementsprechend auch nicht wirklich objektiv aussagekräftig. Detailgrad, Detailtreue, Moiré-Effekt/Tiefpassfilter, Details im High ISO Bereich – es gibt Messdaten wie Sand am Meer und nur für wenige Fotografen sind all diese Daten von wirklicher Relevanz. Man kann sagen, je höher die Sensorauflösung, desto höher die Kantenschärfe, meist auch desto höher das Bildrauschen. Früher setzten alle Hersteller auf Tiefpassfilter, um den Moiré-Effekt in den Griff zubekommen – dadurch ging und geht ein Hauch Detailschärfe wiederum verloren. Hersteller wie Fujifilm setzen inzwischen auf tiefpassfilterfreie Techniken, ausgeklügelte Methoden der Farbverteilung machen solche Hilfsmittel mehr oder minder überflüssig. Letztendlich aber hängt da auch immer viel Glauben daran, für Pixelpeeper mag das von Relevanz sein, für Fotos selber eigentlich weniger. Die Kantenschärfe sollte sich heute zwischen 1600 bis 2500 Linienpaaren bewegen – dann ist man „uptodate“ und eines ist sicher – einem fertigen Bild sieht man nicht an, ob es 1600 oder 1900 Linienpaare Auflösungsvermögen liefert. Schließlich ist das Auge des Betrachters selbst ebenfalls optischer Natur, welches sich Dinge „richtig schaut“.
Dynamikumfang. Oder anders – die Fähigkeit der Kamera, Helligkeitsabstufungen darzustellen. Vom tiefsten Schwarz zum hellsten Weiß, wie viel beherrscht die Kamera? Wenn die Kamera 9 – 10,5 Blendenstufen schafft, ist sie im Mittelfeld moderner Geräte. 11 – 12 Blendenstufen sind schon sehr gut, die besten Modelle inklusive moderner Mittelformatkameras schaffen 14 Blendenstufen, manche 15 oder mehr – wenngleich ich hier eher von Marketing als Realität ausgehe. Und der Dynamikumfang ist auch nicht statisch sondern unterliegt unter anderem Werten wie der ISO Vorgabe. In aller Regel gilt, je größer die Signalverstärkung, desto kleiner der Dynamikumfang – feine Tonabstufungen, Farben und Lichter gehen im hohen ISO Bereich unter. Je größer der Sensor, desto kleiner in aller Regel der Verlust von Helligkeitsabstufungen. Je weniger Pixel auf dem Sensor, um so höher in aller Regel der Dynamikumfang. Die Fujifilm X-T2 hat einen etwas geringer Dynamikumfang als die Fujifilm X-T1: 24 MP vs 16 MP. Allerdings in einem absolut tolerierbaren Bereich. Die Fujifilm GF-X wiederum hat auch im hohen ISO Bereich und trotz 50 MP Auflösung weit weniger Probleme, weil der Sensor enorm groß ist. Hier ist der Vollformatsensor in aller Regel kleineren Sensoren überlegen, kann dem Mittelformat allerdings nicht das Wasser reichen. Im Umkehrschluss heißt dies bei allen Kameras, die ISO Werte so gering wie möglich zu halten um das maximale Leistungspotential herauszukitzeln. Lichtstarke Objektive sind immer besser als hohe ISO Werte wenn es um möglichst kurze Auslösezeiten geht. Ein mit max. Blende f/4 Objektiv ist 1 volle Blende lichtschwächer als ein max. Blende f/2.8 Objektiv – für die gleiche Belichtungszeit kann ich also z. B. mit ISO 800 statt ISO 1600 fotografieren.
Ebenfalls rate ich davon ab, Kameras mit kleineren Sensoren als Halbformat für gute Nachtaufnahmen zu nutzen. Hier sind die Kompromisse einfach zu große – entweder sind die Bilder sehr verrauscht oder nur in Postkartengröße anschaubar oder aber die kamerainterne Software bügelt alle Details glatt im Namen der Rauschunterdrückung. Generell halte ich MFT Sensoren für sehr spannend, aber für die Bereiche Nachtfotografie und auch Bilder mit notwendigem Freistellungspotential eher bedingt tauglich. Im Bereich der Halbformatsensoren sollte auf die gehobenen Kameras in Kombination mit lichtstarken Optiken gesetzt werden. Bei Vollformatsensoren bringen nur die besten Objektive auch die optimale Leistung. Das A und O aber ist bei jedem Kameramodel das Know How des Fotografen. Ganz gleich, welches Leistungspotential die Kamera besitzt – ohne fundiertes Wissen kann es nicht ausgereizt werden. Guten Bildern sieht man nicht an, welche Kamera bzw. welcher Sensor werkelte, das ist kein Geheimnis doch all zu oft fallen Konsumenten auf die Werbeversprechen der Kamerahersteller herein. Und obwohl ich Frucht und Tofu auf Fuji schwöre – auch dieses System ist nicht fehlerfrei bzw. eröffnet sein Potential nicht, wenn man es nicht einzusetzen weiß. Wenn man es beherrscht, stellt sich die Frage nicht mehr, ob man Gewicht und Preis für Vollformatausstattung in Kauf nimmt.
Freistellungspotential – in allen Genres der Fotografie, wo gezielt freigestellt wird, schwören viel auf Vollformat. Gerade in der Portraitfotografie ist es oftmals entscheidend für Komposition und Ästhetik, wie unscharf alles ist, was nicht scharf sein soll. Der Crop Faktor eines kleineren (oder größeren) Sensors als Vollformat bewirkt bekanntlich einen unterschiedlichen Bildausschnitt. Dabei nimmt man immer immerzu das Kleinbild Format als Äquivalent. Das heißt, das gleiche Objektiv bewirkt an unterschiedlichen Sensoren unterschiedliche Bildergebnisse.
Beispiel: 50mm f/1.2 Objektiv an folgenden Kameras:
Canon 5D Mark III – 50mm Bildausschnitt (Crop Faktor 1)
Nikon D7100 – 75mm Bildausschnitt (entsprechend KB Crop Faktor 1.5)
Panasonic Lumix G8 – 100mm Bildausschnitt (entsprechend KB Crop Faktor 2.0)
Fujifilm G-FX – 40mm Bildausschnitt (entsprechend KB Crop Faktor 0.79)
Je nachdem, um wie viel der Sensor kleiner ist als der 24x36mm Sensor, „verlängert“ sich nicht die Brennweite aber der Bildausschnitt wird kleiner. Ist der Sensor größer als der 24x36mm Sensor, „verkürzt“ sich die Brennweite nicht aber der Bildauschnitt wird kleiner. Das Objektiv hat immer die Brennweite, die angegeben ist. Ein 50mm Objektiv wird nicht zum 100mm oder 75mm oder 40mm Objektiv.
Wichtiger aber als die Veränderung des Bildausschnitts ist an dieser Stelle die Veränderung der Schärfentiefe. Denn der Crop Faktor wirkt sich nicht nur auf den Bildausschnitt sondern auch die Schärfentiefe aus. Mit anderen Worten, die Schärfenebene ändert sich aufgrund der Sensorgröße. Je kleiner ein Sensor, desto größer wird die Schärfentiefe, im Umkehrschluss bedeutet dies, dass das Freistellen immer schwieriger wird, je kleiner der Sensor. Noch anders – mit einem Handy, ist ein Bokeh-Effekt nahezu unmöglich, selbst wenn manche Smartphone Kamera mit f/1.8 dienen kann. Je größer der Sensor, desto kleiner die Schärfeebene, desto höher das Freistellungspotential. Wohlgemerkt – wir reden vom Freistellungspotential. Möchte man mit einer Halbformatkamera das exakte Bildergebnis erreichen (Gesicht einer Person freistellen), benötigt man ein ganz anderes Objektiv:
Beispiel am Canon 5DM III + EF 50mm f/1.2:
Würde ich das 50mm f/1.2 an der Nikon D7100 anschließen, würde ich einen Bildausschnitt erhalten, der 75mm Brennweite entspricht (Crop Faktor 1.5). Die Schärfeebene entspricht nicht mehr f/1.2 sondern f/1.8 entsprechend Kleinbild (Crop Faktor 1.5). Wollte ich also mit der Nikon D7100 exakt das gleiche Bildergebnis müsste ich mit einer Brennweite von ca. 33mm fotografieren mit einer maximalen Blende von f/0.8 – verrückt aber wahr. Und ja, es gibt Objektive, welche mit f/0.85 oder f/1 dienen.
Das Fujinon XF 56mm f/1.2 entspricht umgerechnet auf Kleinbild 84mm f/1.8 – immer auf den Schärfebereich bezogen und die entsprechende Änderung des Bildausschnitts. Natürlich werden nur absolute Ästheten einen Unterschied im Bokeh zwischen f/1.2 und f/1.4 oder f/1.8 ausmachen. Weiterhin ist auch die Anzahl der Blendenlamellen verantwortlich für die Art des Bokehs und wie stilvoll es wirkt. Ebenso der Hintergrund, welcher unscharf erscheinen soll. Nichtsdestotrotz fotografiert man mit 56mm und f/1.2 Offenblende – an den Daten des genutzten Objektiv ändert sich nichts.
Was also im Portraitbereich nachteilig sein kann, offenbart im Superweitwinkelbereich und im Telebereich gewisse Vorteile. Weitwinkelaufahmen unterhalb der 24mm sind leichter scharfzustellen als Superweitwinkel am Vollformatsensor. Einen Bildkreis von 14mm oder 16mm auszuleuchten und bis in die Ränder scharf zu bekommen, fordert dem Sensor und Fotografen einiges ab. Durch den Crop Faktor und die somit tiefer reichende Schärfentiefe lässt sich das Halbformat leichter formatfüllend einsetzen – füllend im Sinne von voller Schärfebereich mit entsprechender Schärfentiefe, die gerade in der Landschaftsfotografie oftmals erwünscht ist. Natürlich muss man aufpassen – durch den Crop Faktor an Canon APS-C Kameras entstehen z.B. bei dem EF-S 17-55mm Bildausschnitte, die auf KB umgerechnet 27 – 88mm entsprechen (Crop Faktor 1.6). Das ist zwar weitwinkelig aber eher im oberen Bereich angesiedelt und muss z. B. beim Ermitteln der hypofokalen Distanz mit eingeplant werden. Im Gegensatz dazu entspricht das Fujinon XF 10 – 24mm f/4 umgerechnet auf KB Bildausschnitten von 15-36mm KB (Crop Faktor 1.5) – also einem Superweitwinkel. Bei Brennweiten unterhalb 16mm ist es selbst beim manuelle Fokussieren fast unmöglich, unscharf aufzunehmen. Die durchgehende Blende von f/4 entspricht am Vollformatsensor einer Anfangsöffnung von f/6.
Im Telebereich ist der Crop Faktor oftmals Gold wert – die Ausschnittsvergrößerung bringt das Motiv näher heran. Ein 70-200mm f/2.8 entspricht am Crop Sensor mit Faktor 1.5 einem 105 – 300mm Bildausschnitt. 300mm mit f/2.8 ist ordentlich, auch wenn die Schärfentiefe einer Anfangsblende von f/4.2 entspricht, was bei dieser Brennweite ohnehin völlig zu vernachlässigen ist. Viele Fotografen nutzen daher neben einer Vollformatkamera auch eine Halbformatkamera, da diese im Telebereich Vorteile bietet. Am Vollformat muss man entweder richtig viel Geld in die Hand nehmen oder auf Telekonverter setzen, die je nach Brennweitenverlängerung 1 oder 2 Blendenstufen Licht tatsächlich schlucken. Das 70-200mm f/2.8 mit 2fach Telekonverter würde am Vollformat einen Brennweitenbereich von 140-400mm f/5.6 ergeben – was letztendlich bei schnellen Auslösezeiten eine um mindestens 2 Blenden höhere ISO erfordert um die Belichtungszeit zu erhalten, die bei f/2.8 gegeben war.
Am Ende dieses Beitrages gibt es also kein pro und contra für die eine oder andere Art von Sensoren bzw. Kameras. Beide Sensoren bieten Vor- und Nachteile, wenngleich die Grenzen mehr und mehr verblassen. Mit Halb – und Vollformatsensoren lassen sich alle Bereiche der Fotografie verwirklichen. Bei Vollformat sollte man (dito Mittelformat) wissen, dass man in aller Regel deutlich mehr Geld ausgibt, deutlich mehr Gewicht schleppt und die Bildergebnisse nur selten sichtbar besser sind als bei APS-C Kameras. Die wenigen Vorteile, welche das Vollformat heute noch inne hat, sind in den meisten Fällen nur in den Grenzbereichen der Fotografie von Relevanz. Und wichtiger als der Sensor ist und bleiben 2 Dinge – die Optik (Objektive) und der Fotograf.
#Vollformat # Halbformat # Fotografie #Fujifilm #Daniel Vorkauf # Review

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