Stromsparen mit ( Fuji ) System

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Am X – System gibt es nun wahrlich wenig Mängel bzw. bemüht sich Fujifilm erfolgreich, durch Firmware Upgrades und durchdachte Model Updates die Gunst der Nutzer zu bewahren. Gestern erst hat Fuji die X-T2 und andere Kameras mit neuen bzw. erweiterten Funktionen für X Fotografen zur Verfügung gestellt. Es lohnt nebenbei immer auch nach Firmware Updates für die eigene Objektivsammlung zu schauen. Nur wenige Kamerahersteller betreiben eine so konsequente Fuhrparkpflege wie Fujifilm, was Kameras und vor allem Objektive für viele Jahre aktuell hält.
Es bleibt also nur eine wirkliche Schwäche gegenüber DSLR Kameras – der immense Energieverbrauch der Kameras. Während DSLRs locker mal 1500 oder 2000 Bilder mit einer Akkuladung leisten (ohne Live View, versteht sich), kann man bei Systemkameras je nach Einsatz gerade mal 300 bis 600 Bilder machen. Hauptsächlich Schuld daran trägt der EVF – der elektronische Sucher, der neben dem großen Display im Gegensatz zu optischen Suchern von DSLRs eben auch viel Strom benötigt. Insbesondere die EVF der X-T1 und X-T2 sind hervorragend mit 0,77 facher Vergrößerung bei 100 % Bildabdeckung – bei der X-T2 wurde die Bildrate im Vergleich zur T1 gepusht und kann mit dem Batteriefuss Bilder noch schneller darstellen, so dass die Kamera selbst bei schlechterem Licht flimmerfrei arbeitet und das Bild bei schnellen Kameraschwenks nicht stockt. Ich kenne keine besseren EVF als an der T1 und T2 – selbst meine Sony A7 konnte nicht mit dieser Qualität mithalten. Nichtsdestotrotz ist der Stromverbrauch jenseits von gut oder moderat, es liegt also am Nutzer, den Energiebedarf so gut wie möglich zu optimieren. Hier einige Beispiele, wie die Kameras bei mir eingestellt sind:
Bevor es ums Stromsparen geht nur ein Hinweis – den sog. Leistungsmodus sollte man niemals abschalten. Der erhöht zwar auch den Energiebedarf aber bringt das X System zur notwendigen Höchstleistung bei der Gesamtperformance. Alle anderen Punkte, die ich aufzähle, sind subjektiv und jedem selbst überlassen, vielleicht aber hilft es, die eigenen Settings einfach einmal kritisch zu überprüfen was denn Sinn macht und was man vielleicht einfach im aktiven Modus hat weil es eben von Haus aus vorgegeben ist.
  1. Der Bildstabilisator (insofern das Objektiv einen besitzt), muss nicht permanent arbeiten. Im Menü findet man die Option, OIS (Optical Image Stabilisation) dauerhaft zu aktivieren oder ausschließlich, wenn der Auslöser gedrückt wird. Dauerhafte Bildstabilisierung macht kaum Sinn, schließlich sollen Verwackler dann ausgeglichen werden, wenn das Bild entsteht. Die Bildstabilisierung sollte man am Objektiv selbst auch ausschalten, wenn durchweg Belichtungszeiten vorliegen, die ein Verwackeln unmöglich machen (in Abhängigkeit zur Brennweite – 1/100 Sekunde bei 14mm Brennweite ist etwas anderes als 1/100 Sekunde bei 200mm Brennweite). Auf Stativen muss der Bildstabilisator ohnehin abgeschaltet werden, schließlich steht die Kamera absolut still.
  2. Der Autofokus sollte nicht ständig versuchen scharf zu stellen – im Menü „Pre AF“ abschalten. Es ist ein Gimmick, dass die Kamera nach dem Einschalten automatisch nach einem Motiv sucht, auf das sie scharf stellen kann, das frisst aber richtig Strom und im Ernst, in aller Regel möchte der Fotograf den Fokuspunkt vorgeben und nicht „auf gut Glück“ fokussiert werden.
  3. AF Hilfslicht – dies benötigt man so selten bzw. nützt es in vielen Fällen bei weiter entfernten Objekten gar nichts – abschalten und nur im Bedarf aktivieren.
  4. Die Bildvorschau ist bei mir standardmäßig deaktiviert. Ich schaue mir Bilder weder 2 noch 4 Sekunden an. Ich sehe schließlich in Echtzeit schon im EVF und Display, wie das Bild ausschauen wird. Wenn ich wirklich kritisch prüfen möchte, drücke ich die Bildvorschau – Taste, um dann ins Bild hineinzoomen zu können und auch über die Info – Taste nochmals das Histogramm zu überprüfen. Diese Automatiken sind selten von wirklichem Sinn aber benötigen dennoch viel Strom.
  5. Demnach ist auch der Einsatz von EVF und Display gleichzeitig nicht immer ratsam. Wer lieber über das Display sein Bild aufbaut, kann den EVF eigentlich abschalten. Wer wie ich zu 90% über den EVF den Bildausschnitt sucht und die automatische Bildvorschau nicht nutzt, kann öfters auch das große Display abschalten. Gerade bei längeren Shootings (ich rede von Tagen ohne externe Stromversorgung/Auflademöglichkeiten) wird man eine spürbare Verlängerung der Akku Lebensdauer vernehmen.
  6. Für X-T2 Nutzer, die ebenfalls den Batteriefuß mit 2 weiteren Akkus nutzen – der Boost Modus ist eine Option, kein Muss. Wer nicht den letzten Hauch mehr AF Leistung braucht, nicht auf die Spitzenwerte der Seriengeschwindigkeit angewiesen ist und nicht die höhere Taktung der Bildfolge im EVF braucht, schaltet den Boost Modus ab. Man hat dennoch 3 Akkus an Bord, die nacheinander verbraucht werden.
  7. Schnellwahltasten sind da, um sie sinnvoll zu belegen und zu nutzen. Jede Funktion, die ich häufig nutze und auf die oft zugegriffen wird, sollte auf einer der zahlreichen Fn Tasten hinterlegt sein, dies erspart müßiges Menüdurchforsten und macht die Arbeitsabläufe flüssiger.
Insgesamt gilt, je weniger Automatikfunktionen, desto länger die Lebensdauer des Akkus. Wunder sollte man hierbei natürlich keine erwarten aber ein bewusster Einsatz bringt bessere und längere Leistung. Vielleicht erscheint eines Tages eine Fuji X Kamera mit Solarpanel oder 5000 mAh Mini Akku, momentan muss man aber mit dem auskommen, was technisch möglich ist und als Fotograf kann man mit Hilfe der Tipps hier und da ein paar mehr Bilder pro Akkuladung herauskitzeln.

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