Libelle 3
Hut ab – Hitze lähmt mich und eigentlich bringt mich nichts dazu, mich der Tropenstimmung auszusetzen. Nichts, bis auf Libellen, die eine merkwürdige Faszination auf mich ausüben. Nachdem ich nachwievor bzgl. eines echten Makros hadere und weiterhin auf den 16er Zwischenring setze, kam ich heute ein Stück weiter. Mit Teleobjektiven mag Insektenfotografie nicht so recht funktionieren, der Schärfebereich ist zu gering, das 50-230 bringt auch stärker abgeblendet nur geringfügig mehr, also heute in beißender Mittagshitze wieder ans Wasser, das 18-55 mit dem Zwischenring, einer ruhigen Hand und oftmals auf den Knien schleichend, um den Fluchtdrang dieser anatomischen Wunderlinge zu minimieren. Ok, oftmals wirkte es eher wie ein Spiel, sie flohen nicht sondern hatten eher Spass daran, den Platz dann zu wechseln, wenn ich in Fokusposition kam. 10 Mückenstiche später und nassgeschwitzt vom Einstellen der Belichtungskorrektur kamen einige ordentliche Bilder zustande.

Libelle_2

Bei 55mm hat man gerade noch soviel Abstand zum Motiv, dass die mental gelassene Fraktion der Libellen sich ab und an sogar mehrseitig ablichten ließ. Die Sonne stand maximal hoch, was starkes Abblenden auf f/11 begünstigte und bei ISO 400 noch annehmbare Verschlusszeiten brachte. Natürlich ist das Freistellungspotential mit dieser Blendenöffnung weniger optimal aber dafür hat man ja diverse Eingriffsmöglichkeiten in der der Nachbearbeitung.

Libelle_1

Das 50-230 bei den ersten beiden Begegnungen versagte gern den Dienst, wenn die Verhältnisse zu diffus waren oder man sich im schattigen Bereich aufhielt. Sensationellerweise konnte ich mit dem manuellen Fokus hier mehr Ausbeute machen als mit dem Autofokus. Ich hatte das Fokusfeld auf die geringste Größe reduziert, was beim 18-55 sichere Treffer brachte (Fokuspunkt war immer der Kopf, Augen wäre wirklich vermessen zu behaupten) .

Libelle 11

Libelle 9

Wie dem auch sei, irgendwie war der Kompromiss also ein Mix aus Mittagssonne, elender Hitze und ein durch Zwischenring und mit Blende 11 versehenes Objektiv. Dafür ist es alles gar nicht so daneben wie ich selber unterstellen würde. Ein im RAW Format – Fotografieren ist für mich zwingend gewesen – das Freistellen der Details mochte ich nicht der Kamera überlassen und jeder kann sich vorstellen, wie heftig hier hartes Licht in manchen Bereichen wütete. Schwer tat sich die Fuji bei sehr satten Farbmustern – einige Bilder weisen starke chromatische Aberationen auf – trotz f/11 – das war neu für mich und teilweise kaum zu korrigieren. Allerdings möchte ich hier hausgemachte Fehler gar nicht ausschließen.

Libelle 8

Libelle 7

Da man aber immer dazulernt hier einige zusammenfassende Tipps – wer mit einem Makroobjektiv oder auch der alternativen Zwischenringtaktik arbeitet, muss sich immer bewusst sein, wie groß das Objekt ist, welches scharf abgebildete werden soll. Makros wie auch Zwischenringe verkürzen in erster Linie den Fokussierabstand. Inwiefern man eine Vergrößerung erreicht, ist vor allem abhängig von der Brennweite und der Konstruktion des Objektivs. 1:1 Makro heißt format – ergo sensorfüllend. Zwischenringe bewegen sich je nach Brennweite des Objektivs weit weg von 1:1 oder 1:2 oder 1:4 Abbildungsmaßstäben. Je geringer die Brennweite, desto näher kommt man an das Motiv heran – ergo Superweitwinkel mit ohnehin schon kleiner Vorstellgrenze erreichen mit dem 16er Zwischenring ihr Maximum – kommen dem Makroobjektiv am nähesten aber mit einem noch viel kleineren Schärfebereich, welcher sich auch durch starkes Abblenden kaum vergrößert. Die ideale Lösung liegt also irgendwo dazwischen – außerdem würde sich kein lebendes Insekt wie eine Libelle bei 24mm Brennweite mit einer Nahstellgrenze von 1 cm oder weniger fotografieren lassen. Wer das XF 10 – 24 besitzt samt dem 16er Zwischenring, kann das bei 24mm mal ausprobieren – der Kopf eines Streichholzes wird sehr groß abgebildet aber es ist unmöglich ohne Fokus Stacking das Streichholz als Ganzes scharf auf ein Bild zu bekommen.

Libelle 5

Wer mit dieser Art des Fotografierens beginnen möchte, dem empfehle ich das XF 18-55 mit 16er Zwischenring zu nutzen – ausschließlich bei 55mm Brennweite. Bei Blüten und kleinen Objekten/Subjekten wie Bienen kann offenblendig oder schwach abgeblendet gearbeitet werden. Sobald aber zum Beispiel Libellen zum größten Teil scharf erscheinen sollen, muss die Blende 3 oder 4 ganze Stufen geschlossen werden – der Zwischenring ändert schließlich nichts an der Performance der Linse und macht es auch zu keinem echten Makroobjektiv.

Libelle 6

Übrigens besitzt man einen Mindestfokusierabstand, mit Zwischenring verliert man die Unendlichstellung des Objektivs. Man muss malso nah heran und kann nicht zwischen Nahaufnahme und Landschaftsbild wechseln. Der Zwischenring ist ausschließlich für Close Ups entwickelt worden – ich kann nicht sagen wie dicht ich an den Insekten war, vermutlich nicht immer an der absoluten Nahstellgrenze.
Die nächsten Wochen möchte ich mich weiterhin den Libellen widmen und dann vielleicht auch einige Worte zur Bearbeitung von Close Ups verlieren. Und hoffen, dass der Herbst viel früher kommt als der Kalender angibt.
#fujifilm #x-t2 #zwischenring # makro #libelle # fuji x #daniel vorkauf

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