Fuji X & Makro Fotografie mit Ringblitz

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An manchen Tagen nagt das Gefühl der Talentlosigkeit ja massiv am eigenen Ego, insbesondere wenn man sich fotografischen Neuland versucht anzunähern. Technisch gesehen ist für mich die Makrofotografie nicht neu – Ausleuchtung, Komposition, Belichtungszeit, Schärfentiefe und all das sind Teil jeder Sparte. Für mich weitaus komplizierter – Geduld und ruhige Hand.
Wenn man schnelle Belichtungszeiten (oder nennen wir es ausreichende) benötigt und in der Detailfotografie nicht mit ISO 6400 arbeiten möchte, stellt man schnell fest, dass f/2.8 nicht sonderlich hilfreich ist. Die Schärfentiefe ist bei Abbildungsmaßstäben von 1:1 äußerst gering und bringt auch stark abgeblendet nur wenige Millimeter Zugewinn. Obendrein wirkt jenseits der f/11 am Halbformatsensor die Beugungsunschärfe deutlich massiver bei Nahaufnahmen als mancher glauben möchte. Und wer würde auch mit f/22 und ISO6400 fotografieren um wenigstens 1/100 Sekunde aufrecht erhalten zu können?
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Die einzig zweckdienliche Lösung ist ein Blitzgerät. Und weil Aufsteckblitze in aller Regel den Sinn verfehlen und hässliche Schlagschatten werfen können, darf es nur ein Ringblitz sein. Ich habe mir für Versuchszwecke ein kostengünstiges Modell zugelegt – es beherrscht neben simpler Blitztechnik auch die Möglichkeit als Dauerlicht zu funktionieren. Ergo man strahlt das Objekt der Begierde mit LED Beleuchtung an – diese ist mehrstufig regelbar und wird auch kein Insekt blenden.
Nebenbei bringt es den Vorteil, dass im Grunde alle unwichtigen Bereiche mehr oder minder stark dunkel bleiben – was kompositorisch einige interessante Ideen entwirft.
Das Meike Makro 85mm f/2.8 1,5:1 weiß mich von tag zu Tag mehr zu begeistern. Eine Schwäche habe ich erkannt – der Blendenring ist sehr dicht am Scharfstellring – mehr als einmal habe ich die Blende versehentlich mit verändert. Beim Scharfstellen also besser weiter vorn greifen und drehen. Eine rastende Blende würde dieses Problem sicherlich vermindern.
Die neuen Fotos hier sind ringgeblitztdingst – besser gesagt mit Dauerbeleuchtung entstanden. Wenn man schon unvernünftig genug ist bei wechselhaften Lichtverhältnissen mit reichlich Wind Insekten anzuvisieren, dann wenigstens mit künstlicher Beleuchtung. Der Ringblitz kann sowohl mit Kalt/Warmlichtabdeckung, Diffusor und auch ohne alles verwendet werden. Ich fand mit-one-alles heute passend.
Bei f/2.8 sollte man das Objektiv nur bedingt einsetzen – Farbsäume sind zwar leicht zu händeln doch das Bild ist extrem weich und der Schärfebereich im 1,5:1 Makro gefühlt weniger als 2 mm. Ok, man muss auch nicht nur im maximalen Abbildungsmaßstab aufnehmen – dennoch als Tipp – maximale Größe heißt abblenden, es sei man möchte äußerst reduziert arbeiten. Zwischen f/4 bis f/11 kann man sehr gute Ergebnisse erwarten – was die Abbildungsleistung anbelangt. Die Schärfentiefe ändert sich natürlich mit aber wenn das Insekt größer als 1 cm ist, nimmt man unscharfe Bereiche mit in Kauf. Was mir gestalterisch allerdings auch besser gefällt – Mikroskopie ist nicht das Ziel meiner Makros. Und Fokusstacking bei arbeitenden Bienen, Wespen oder scheuen – ergo lebenden – Fliegen so geistreich wie mit Blitzlicht die Milchstraße einzufangen.
Was gilt – in der Fotografie generell, für mich sowieso und für die Makrofotografie: Ohne Bildbearbeitung geht es nicht. Am Besten Serienbilder aufnehmen (der Ausstoß ist gigantisch) und unbedingt das RAW Format nutzen. Ohne Ebenenbearbeitung und Masken sind für mich akzeptable Ergebnisse in der Makrofotografie nicht denkbar. Und dabei meine ich die reine Bildoptimierung ohne Spielerein wie zum Beispel der Biene ein DON`T CONSUME HONEY Schild in die Hand zu drücken.
Auch bei diesen hier folgenden Bildern standen Test und Probe im Vordergrund. Erst wenn ich mit Nahstellgrenzen und Verhaltensweisen von Objektiv und Ringblitz vertraut bin, geht es ans Eingemachte. Daher handelt es sich auch hier um Bilder, die nicht das Potential haben, was ich letztendlich ausreizen möchte. I am just a macro beginner 😉

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Meike_85mm (5)

Meike_85mm (4)

Blümchen und ich passen nicht wirklich zusammen – es dient lediglich als Beispiel für die Bokehwirkung bei f/4 mit Abbildungsmaßstab 1:1.
Weitere Infors findet ihr hier oder hier.
#fujifilm #fuji x #daniel vorkauf #makrofotografie #meike 85mm Macro

2 Replies to “Fuji X & Makro Fotografie mit Ringblitz”

  1. Hallo. Ich suche ebenfalls einen Ringblitz und finde keinen passenden/bezahlbaren mit Fuji-Anschluss. Würden Sie mir verraten, welchen Sie sich geleistet haben? Danke David
    P.S. Die Bilder sind richtig stark!

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