X-T2 + Meike 85mm Makro = Libellen

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Bewölkung und Regen waren angekündigt. Sonne und Windstille aber Realität. Also heute 7 Uhr zum See ums Eck und die ersten 30 Minuten ernüchternde Feststellung – Insekten schlafen lange. Mit der Fujifilm X-T2 und dem Meike 85mm f/2.8 Macro 1,5:1 hieß es nun also erst einmal Geduld zu bewahren. Da steht man nun bei guten Lichtbedingungen ohne Insekten – quasi das Gegenteil zu Gestern mit schlechtem Licht und vielen Insekten.
Nachdem ich nun also eher einen ungewollten Spaziergang machte und bereits auf dem Rückweg war, tauchte der erste Schmetterling auf. Und während ich sofort erfolgreich am Scharfstellen selbigen scheiterte, tauchte die erste blaue Libelle auf. Deren Elan war morgentlicher Chill- mal – Natur und ich konnte mich ihr bis auf 25 cm annähern – der maximalen Vorstellgrenze des Makro Objektivs. 1/400 Sekunde Belichtungszeit bei ISO 800 mit f/8 war vielversprechend – allerdings versagte mir die Kamera den Auslösebefehl. Also zurück, ausgeschalten, eingeschalten und wieder ran. Nun wollte die Fokuslupe nicht arbeiten und bei exakt selben Bedingungen nun nur noch 1/40 Sek Belichtungszeit – da man ja lernfähig ist –  die Blende hatte ich beim erneuten Scharfstellen wieder verstellt. Wieder abgesetzt, Blende korrigiert und ran an das Insekt. Ein Einbeinstativ hätte die Arbeit massiv vereinfacht heute. Mein Manfrotto  kann auch einbeinig aber nicht wenn es Zuhause gut eingelagert liegt. Also Durchatmen und wieder ran. Mehr kaltblütige Gleichgültigkeit konnte die Libelle gar nicht zeigen, sie saß unbeeindruckt da und fragte sich sicherlich mehr als einmal, welches Theater ich da eigentlich praktiziere. Nun denn, die ersten Bilder waren im Kasten und ehe ich mich versah, waren da 4 oder 5 Libellen, blau, grün und bräunlich – allesamt eher träge.

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Klar, man kann weder bei 1:1 Maßstab geschweige 1,5:1 komplett durchzeichnete Insektenbilder in freier Wildbahn erwarten. Diese Libellen waren etwa 3 – 5 cm groß – zuviel um hier ohne Fokusstacking durchgehende Schärfe zu erreichen. Das ist aber weder Sinn noch Ziel meiner Fotos im Makrobereich (obendrein unmöglich in der Wildnis) – viel eher soll ein Stück Lebensraum mit ins Bild und der Betrachter auch sehen, was ich will das er sieht. Obendrein glänzt dieses Makro mit einem sagenhaften Bokeh – selbst bei f/8 oder f/11 im absoluten Nahbereich wird der Hintergrund cremig weich. Das Freistellungspotential ist hervorragend.

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Die Leistung des Objektivs ist sagenhaft – hier kann man weder von Billigobjektiv oder Kompromis zwischen Preis/Leistung reden. Dieses Objektiv muss sich vor moderner AF Gerätschaft nicht verstecken. Selbst in der 100 Prozent Ansicht ist eine hohe Auflösungsfähigkeit zu verzeichnen – die naturgemäß zu den Rändern bei Offenblende abfällt, mit jeder Blendenstufe aber schärfer wird. Im Makrobereich ist das ohnehin irrelevant – Offenblende ist  nur selten sinnvoll. Verzeichnung ist überhaupt kein Thema und Farbsäume sind nur bei Offenblende an harten Kontrastkanten zu finden. Ob es so gut ist wie das neueste Fujinon 80mm Makro – solche Vergleiche braucht kein Mensch. Die Bilder sind knackescharf (sofern man exakt fokussiert), ich kann keine Fehljustierung/ungleiche Schärfeverteilung  feststellen. Korrekturbedarf besteht bei den Kontrasten und Mikrokontrasten – insbesondere wenn die Blende offen und geringfügig geschlossen wird. Das sind aber vernachlässigbare Eigenschaften, um die Nachbearbeitung kommt man ohnehin nicht drumherum. Kontrastarmut ist bei lichtstarken Objektiven allerdings auch im 1000 Euro + Bereich der Fall – ok f/2.8 ist für mich auch nur gemäßigt lichtstark aber wer mit solchen Objektiven arbeitet, weiß worum es geht. In der freien Natur merkt man schnell, wie wertvoll viel Licht bei solchen Bildern ist – aber ein Makro mit f/1.2 hätte einen Schärfebereich von weniger als 1 mm, wäre also völlig unnütz.

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Bild 3 und 4 sind mit Maßstab 1:1 aufgenommen – man sieht also einen exorbitanten Unterschied zu 1,5:1. Die Bilanz – 84 Fotos, Ausschuss 76 Bilder – 8 mit brauchbaren Ergebnissen – die 4 Besten sind nun in diesem Beitrag. Das gehört allerdings dazu, selbst Autofokus Objektive würden kaum höhere „Erträge“ bringen. Dank Fokus Peaking kann man in Echtzeit den Schärfeverlauf verfolgen und Dank des großartig weich laufenden Scharfstellrings sogar im Millimeterbereich noch sehr exakt fokussieren. Wie bereits erwähnt, das Einbeinstativ kann hier Wunder bewirken und entscheidend sein, ob man ein Bild verwackelt oder nicht. Für mich lagen die idealen Belichtungszeiten zwischen 1/200 und 1/500 Sek – gemäß der Umkehr aus Brennweite inkl. Crop Faktor braucht man eigentlich etwa 1/125 Sek um nicht zu verwackeln. Doch bei einem Makro dieser Art in Kombination mit Fokuslupe sollte die Auslösezeit deutlich höher ausfallen. Der kleinste Wackler verschiebt/verstellt den scharfgestellten Punkt und man schaut sich viele Breibilder an.
Ansonsten kann ich hier jedem Makro-Interessierten dieses Objektiv nur wärmstens empfehlen. Nicht nur wegen des verführerischen Preises von etwa 300 Euro und der sehr guten Abbildungsleistung wegen. Das Objektiv eröffnet völlig neue Möglichkeiten im Nahebereich und erreicht in Kombination mit Makroschiene/Fokusstacking im Studiobereich Abbildungsmaßstäbe von 5:1 oder mehr bei außerordentlich guter Qualität. Ältere günstige analoge Makros können hier nicht mithalten und selbst manches Autofokus Makro muss sich dem Meike geschlagen geben.
#fujifilm #daniel vorkauf #meike 85mm makr #fuji x #makrofotografie #review

 

 

One Reply to “X-T2 + Meike 85mm Makro = Libellen”

  1. Wirklich beeindruckend. Bei den gezeigten Bildern sehe ich – wie du schon sagtest – ebenfalls keinen Grund Vergleiche zu ziehen. Die „absolute“ Leistung ist wie es scheint mehr als nur ausreichend.

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