7Artisans 35mm f/1.2 im Detail

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Weltflucht ist immer gut, mit einer Kamera in der Hand noch besser und im Wald regelrecht erlösend. Gold gab ich für Eisen oder besser ich nahm die Mückenplage mit Kusshand auf mich um den Irrsinn im weiten Umland zu entgehen. Sinn des Kurzausfluges heute war bzw. ist noch einmal das 7Aritsans 35mm f/1.2 in Kombination mit dem MC EX16 Zwischenring, um die Nahstellgrenze auf etwa 10 cm zu verkürzen. Wie bereits erwähnt, offenbart dieses manuelle Objektiv Dank der großen Blendenöffnung sehr viel Spielraum im kreativen Freistellen und kann neben Portraitfunktionen auch hervorragend im Street und Naturbereich genutzt werden – insbesondere mit einem Zwischenring.
Auch heute war Kreativität zweitrangig, ich habe das Objektiv relativ wechselhaften Lichtbedinungen ausgesetzt und die Blende zwischen f1.4 bis f/4 genutzt. Da es sich um viele Detailaufnahmen handelte, war die relative Kontrastarmut sogar förderlich im maximalen Blendenbereich. Mein erster Eindruck, dass das Objektiv mit Gegenlicht nicht umgehen kann, bestätigte sich erneut. Dubiose Farbstreifen zehen sich durch das gesamte Bild bei direktem Fokus ins Sonnenlicht.

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Ansonsten zaubert es sehr angenehm weiche Hintergründe, die Blendenflecken sind fast kreisrund, was optisch immer schöner anzusehen ist. Ist der Hintergrund sehr strukturreich und voller Kontraste, entstehen schnell sehr chaotische Muster, die nicht immer schön anzusehen sind. Bei gleichmässigem Licht und Objekten zaubert es aber ein sehr samtig und oder cremiges Bokeh. Man sieht, dass es mit den großen f/1.2 Meistern nicht mithalten kann aber wir reden hier von einem Objektiv weit unter 200 Euro und die Leistung ist deutlich besser als ich erwartet hatte.
Der Schärfebereich ist bedingt durch den Zwischenring extrem gering, bei f/1.4 bis f/2.8 waren meist nur Nuancen einer Blüte oder Grashalms scharf zu stellen. Doch hier ging es ja genau darum, um Detail des Beste aus der Linse herauszuholen. Die Bilder sind alle Freihand entstanden, ohne Stativ und bei Wind, ich habe die Bilder ausgewählt, wo zumindest der anvisierte Fokuspunkt recht scharf erscheint.

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Ich plädiere beim Einsatz eines solchen Objektivs unbedingt für Aufnahmen im RAW Format. Um das Maximum aus den Bildern herauszuholen, muss mit Ebenen und Masken gearbeitet werden. Schärfe akzentuieren, das Bokeh verfeinern und Korrekturen in den Farben und Kontrasten sind unabdingbar. Lichtriesen neigen bei maximaler Blende (insbesondere bei f/1.4 und noch offener) zu vielerlei Abbildungsfehlern, schwachen Kontrasten und zuviel Weichheit. Zumindest der Schärfebereich im Fokusbereich sollte nachjustiert werden.
Was habe ich nun festgestellt. Das Objektiv gerät bei einem 24 MP Sensor an seine Grenzen. Ich denke, es ist an einer Kamera mit 12 oder 16 MP besser aufgehoben. Die Leistung ist durchaus gut, doch das Auflösungsvermögen von 24MP oder mehr kann es nicht befriedigen. Das wird meist erst in der 100 Prozent ansicht sichtbar und vor allem dann, wenn man versucht, den letzten Hauch Schärfe herauszukitzeln.

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Das ist allerdings keine harsche Kritik sondern eine Tatsache, die dem geringen Preis geschuldet ist. Irgendwo muss der Unterschied zu einem XF Objektiv sichtbar werden. Selbst wenn ich Fokussierfehler oder leichte Verwackler mit einkalkuliere, das 7Artisans Glas ist nicht auf dem Niveau moderner Fuji Sony usws. Objektive. Allerdings auf einem durchaus verschmerzbaren Niveau.

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Positiv fiel mir auf, das trotz der großen Blendenöffnung chromatische Aberationen kaum sichtbar sind. Das ist erstaunlich, zum Beispiel neigt das XF 18-55mm im Weitwinkel bei Offenblende zu blauen Farbsäumen bei harten Kontrastkanten. Diese finde ich bei diesem Objektiv nicht oder nur im beringen Maße.

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Insgesamt bestätigt sich mein erster guter Eindruck. Für kleines Geld erhält man hier deutlich mehr als man erwarten darf. Vermutlich gibt es im Netz die unterschiedlichsten Erfahrungsberichte und Erlebnisse – vielleicht braucht man auch etwas Glück mit der Fertigungsqualität, die scheinbar bei diesen Herstellern „variabel“ ist. Ich hatte offenkundig Glück und das Objektiv reiht sicht nahtlos in meinen analogen Fuhrpark ein. Spannend dürfte demnächst das Lensbaby Velvet 56mm sein, das neben seiner 1:2 Makrotauglichkeit wohl als Referenz für einen samtigen Oldschool Bildlook stehen soll. Es kostet etwa das 5fache des 7Artisans aber gehört wohl in jede gut sortierte Objektivsammlung – für Leute, die einen besonderen Bildlook suchen, der tatsächlich aus dem Objektiv und nicht aus Photoshop stammt.
We will see!
#Daniel Vorkauf #Fujifilm #7Artisans #Review #Fuji X #Makro #35mm f/1.2 #Objektiv

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