Halb wahr halb falsch: Vollformat

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Immer wieder liest oder hört man von Fotoenthusiasten, die ihr Equipment „upgraden“ wollen, was meist Hand in Hand geht mit dem Ziel des Umstiegs auf 24x36mm Kleinbildsensor Kameras. Andere offenbaren, dass sie sich freiwillig „downgegraded“ haben – Gewicht- und Platzgründe des alten DSLR Systems sind in aller Regel der federführende Grund.
Gleichzeitig sind die Werbeabteilungen der führenden Kamerahersteller äußerst emsig mit den sagenhaftesten Slogans potentielle und vor allem zahlungswillige Konsumenten für sich zu gewinnen. Von „Vollformat für alle“ über „perfekte Einsteigerkamera ins Vollformat“, „Vollformat so günstig wie nie“ usw. gibt es in Sachen schräger Parolen keine Grenzen.
Suggeriert wird vor allem eines – 24x36mm Sensoren steigern die Bildqualität in überirdische Sphären. Mehr Licht auf dem Sensor, weniger Bildrauschen, mehr Dynamikumfang, bessere Kontraste, schöneres Freistellungspotential. Je nach Gesinnung und Kompetenz entsprechender Testseiten und Fotozeitschriften bekommt man sogar noch geistreichere Formulierungen: Zum Beispiel ist ein fest verbauter Batteriefuß das Zeichen für eine Profikamera. Ein Aufklappblitz ist maximal unprofessionell und Szenenprogrammräder finden keinen Profiplatz. Eine relativ neu auf dem Markt eingeführte „Einsteiger Profi DSLR“ Kamera besitzt keine 4K Videofunktion. Vollformat – Einsteigen geht also, 4K geht nicht. Moment, was genau war jetzt eigentlich ein Profifotograf? Einer, der mit Fotografien Geld verdient oder einer, der nichts vom Fotografieren/Filmen versteht aber sich irgendwas gekauft hat, dass man Profiausrüstung nennt. Mehr Schein als Sein oder so?
Nun kann man das Ganze noch etwas aufschneiden: Nehmen wir die Sony A9 oder A7 III – derzeit die Referenzmodelle in der spiegellosen Fullframe Liga. Die Konkurrenz besteht bisher ja nur aus älteren A7 Modellen und mancher Schnatterjournalist beschwört seit Monaten das große Erwachen der Canon und Nikon Firma – ob es wohl „endlich“ spiegellose Vollformatsysteme aus deren Häusern gibt, ob die Bajonette EF- und FX tauglich sind oder oder oder. Schafft man es bis zur Photokina oder muss man weiterhin zu Sony greifen.
Sony – genau – da war doch etwas, dass in den Werbeslogans nicht so ganz deutlich genannt wird, also eher gar nicht: Die Objektive.
Man kann hier in 3 Klassen unterscheiden: Sony Kit`n`Plastic, oder Sony Zeiss oder Sony G Master. Kauft man sich eine Vollformatkamera, führt kein Weg an Objektiven vorbei, welche den Sensor voll ausreizen. Ein FE 28-70mm oder FE 24-240mm („Profi Travel Zoom“?) tun das nicht. Bleibt also der Schritt zu den höherwertigen Objektiven, die Sony von ZEISS bauen lässt oder man investiert sein Geld in die „G Master“ Reihe. Diese Objektivreihe steigt etwa bei 1200 Euro ein, die Mehrheit der G – Modelle ist bei 2000 Euro und deutlich mehr angesiedelt. Obendrein besitzen sie Größe und Gewicht von DSLR Vollformatobjektiven (lichtstark, Metalbajonett) und führen somit die Vorteile des spiegellosen Systems ad absurdum. Wer also eine leichte Vollformatkamera mit Top Optik sucht hat am Ende wieder ein schweres System. Vollformat mit Kitobjektiv ist so gehaltvoll wie ein Daimler Benz mit VW Käfer Bereifung. Das mag rollen aber Sinn und Zweck werden nicht erfüllt. Übrigens, die wenigsten Altgläser bedienen moderne Sensoren bis zur Grenze. Daher ist die Idee, Altglas als Ersatz für teure moderne Objektive zu nutzen, schlichtweg unsinnig. Altglas kann ein Nebenreiz sein, aber es ist nicht die Lösung um dann (am falschen Ende) zu sparen. Wer sich eine Kamera mit Vollformatsensor kauft, weil er sich die maximale Bildqualität erhofft, muss sich auch auf maximal teure Objektive einlassen.
Bildqualität
Der Nerd wird behaupten, dass das Auflösungsvermögen eines besonders hochwertigen Objektivs ein Quäntchen mehr Detailwiedergabe ermöglicht. Das mag am oberen Ende fotografischer Ansprüche oder bei Pixelpeepern von Relevanz sein. In der fotografischen Praxis aber spielt das Quäntchen mehr Detailwiedergabe eine absolut unwichtige Rolle – der Din A3 Ausdruck eines mit APS-C getätigten Fotos unterscheidet sich für das menschliche Auge nicht von einem Din A3 Ausdruck des mit Vollformatsensor getätigten Fotos bei äquivalenten Brennweiten und Blendeneinstellungen. Ergo, der Unterschied ist für den Großteil der Betrachter nicht sichtbar – bzw. zahlt man für das nicht oder wenig sichtbare einige Hundert oder Tausend Euro mehr. Im Amateurbereich also blanker Luxus und selbst im (semi-) professionellen Bereich ist nicht das teuerste Objektiv oder die teuerste Kamera von Relevanz für gute Bilder.
Dynamikumfang
Vollformatkameras haben einen größeren Dynamikumfang als APS-C Kameras – so die allgemeine Haltung. Kamerahersteller bewerben ihre Geräte gern mit besonders hohem Dynamikumfang – von bis zu 17 Blenden schwärmt die eine oder andere Firma. Seriöse Tests werden diesen Umfang immer nach unten korrigieren. Weiter oben im Beitrag besagtes DSLR Mark II Model hat zu seinem Vorgänger an Dynamikumfang verloren. Dafür bietet sie mehr Megapixel. Auch meine X-T2 kann den Dynamikumfang ihrer Vorgängerin nicht ganz halten – von 16MP Auflösung zu nun 24 MP. Gleichzeitig hatte meine Sony A7 im Vergleich zur X-T1 in der Praxis keinerlei Vorteile – 16 MP APS-C Sensor zu 24 MP Vollformatsensor. Wenn man einer Mittelformatkamera 15 Blendenstufen Dynamikumfang zutrauen kann, sind bei Kameras mit Halb – oder Vollformatsensor 10 – 12 Blendenstufen realistisch. Und so hart es klingt, diese Werte liegen so dicht beieinander, dass die 500 oder 1000 oder mehr Euro Preisunterschied nicht gerechtfertigt sind. Dynamikumfang unter Testbedingungen im Labor haben nichts mit dem in der Natur gemein. Die Natur hat unzählige Feinabstufungen von schwarz bis weiß – selbst eine Kamera mit 20 Blendenstufen kann nur einen Bruchteil der Abstufungen in der Natur aufzeichnen. Während Mittelformatsysteme also die Königsklasse in Sachen Dynamik darstellen, sind sie gleichzeitig die langsamsten Systeme auf dem Markt – für Sport/Action also denkbar ungeeignet. Das Fuji X System bietet bekanntlich einen Dynamic Range Push um 200% oder gar 400 %. Wer nun glaubt, die 10 Blendenstufen würden auf 20 oder 40  erhöht werden, muss das Kleingedruckte lesen: 200% DR Push heißt einen Blende mehr Spielraum, ergo 2 Blenden bei DR 400 – allerdings nur bei den Spitzlichtern und natürlich unter in Kaufnahme von mehr Bildrauschen, da dieser erweiterten Dynamikumfang nur ab ISO400 bzw. ISO800 genutzt werden kann.
Bildrauschen
Vollformatsensoren rauschen weniger als APS-C Sensoren. Na klar. Keine Aussage ist richtiger, als das man behaupten kann, dass kleinere Sensoren eher zum Rauschen neigen als große. Um sich aber vorstellen zu können, wie groß oder klein Sensoren sind, hier einige Beispiele:

Unbenannt

Es ist mehr oder minder selbsterklärend, dass man man einen 1/3.2“ Sensor kaum mit einem Sensor ab Micro Four Third Sensor vergleichen kann. Was aber funktioniert, ist das in Relationsetzen von Sensorgröße und Pixelzahl.  Anders gesagt, je kleiner ein Sensor, desto geringer muss seine Auflösung sein, damit das Rauschverhalten möglichst gering bleibt. Nicht von ungefähr ebbte der Megapixelwahn vor einigen Jahren stark ab, weil Kameras mit kleinsten Sensoren und 16 oder 20 MP Auflösung bereits bei geringster ISO sichtbar rauschten oder Artefakte produzierten. Software versuchte dieses Rauschen verschwinden zu lassen mit dem Ergebnis, selbst bei kleinster ISO wirkten Fotos detailfrei, matschig und kontrastarm. Nimmt man sich aber einen modernen APS-C Sensor wie zum Beispiel aus dem Hause Sony, so wird man im Bereich ISO 50 – ISO 1600 geringe bis keine Unterschiede ausmachen können im Vergleich zum Vollformatsensor. Wohlgemerkt – das Grundrauschen des Sensors – falsche Belichtungseinstellungen lasse ich hier außen vor. Die Sony A7R Mark I empfand ich grausig ab ISO 1600. Die A7 Mark I konnte bei ISO 6400 gegenüber der Fuji X-T1 nur geringfügig besser abschneiden. 36 MP (A7R) vs 24MP (A7) vs 16 MP (X-T1 Halbformat). Labortests werden sicherlich öfters zu anderen Messergebnissen kommen – doch Laborbedingungen sind nicht die fotografische Realität/Praxis. Davon abgesehen, ISO Werte jenseits der 3200 sind auch heute selten tägliche fotografische Praxis. Für Filmer schaut es da schon anders aus aber mit wenigen Grundkenntnissen versteht man, warum die Sony A7S trotz Vollformatsensors mit gerade einmal 12 Millionen Pixel versehen ist. Für meine Fotografie ist eine Kamera richtig, die zwischen ISO100 bis ISO1600 sehr gute Ergebnisse liefert. Sowohl die X-T1 als auch die X-T2 erfüllen dieses Kriterium, selbst ISO 3200 und ISO 6400 werden sehr gut bedient – wann aber nutze ich diese ISO Werte tatsächlich?
Übrigens ein Hinweis zu ISO Erweiterungen – in aller Regel leisten Kameras bei ISO100 (Fuji ISO200) den besten Schnitt aus Dynamikumfang und Bildrauschen. ISO Erweiterungen nach unten (Canon, Nikon, Sony), ergo ISO 80, 64 oder sogar 50, haben Einfluss – und zwar schlechten – auf den Dynamikumfang. Nicht aber auf das Grundrauschen, das ist immer da, also nicht abschaltbar.  Bei guten Lichtbedingungen kann man eine digital abgeschwächte Signalverstärkung (definitiv Wortkombination des Monats) also für längere Belichtungszeiten nutzen, nicht aber um ohnehin kaum sichtbares Grundrauschen weiter zu minimieren. Hinweis – ich nutze die Möglichkeiten der Rauschunterdrückung in Photoshop immer, völlig gleich ob bei ISO 100, 200 oder ISO 1600. Insbesondere bei der Rohdatenaufbereitung ist das unumgänglich. Die digitale Herunterechnung von ISO 200 auf ISO100 bei Fujis kameraintern errechneten jpegs ist übrigens nur das Runterechnen eines Lichtwerts ergo einer Blende. Dieses Setting halte ich für völlig überflüssig.
Bokeh
Grundsätzlich – Die Schärfeebene und Schärfentiefe kann man nicht an der Sensorgröße festmachen. Ohne Brennweite und Blende gibt es kein Bokeh und vor allem keine Aussage über die Art der Freistellung. Ja, die Sensorgröße hat Einfluss auf die Stärke des Bokehs.
Nicht von ungefähr ist es mit Minisensoren in Smartphones nahezu unmöglich, einen Vordergrund perfekt freizustellen. Ein Handy mit einem Sensor, der etwa 1/10der Größe eines Kleinbildsensors entspricht, würde ein Lichtstärke von f/0.12 benötigen, um bei äquivalenter Brennweite den Bokeh-Effekt eines f/1.2 Objektiv bei Offenblende zu erreichen. Anders gesagt, der Crop Faktor eines Sensors hat nicht nur im Bildausschnitt eine andere Wirkung, sondern auch die Schärfentiefe ändert sich:
Ein 35mm f/1.2 Objektiv an einer APS-C Kamera mit Crop Faktor 1,5 ergibt einen Bildausschnitt äquivalent Kleinbild von 53mm Brennweite mit einer Schärfentiefe von f/1.8. Das 35mmf/1.2 Bokeh entspricht dann also ehr ähnlich einem 50mm f/1.8 Objektiv am Vollformatsensor.  Wie man sieht, wirkt sich in erster Linie die Lichtstärke eines Objektivs in Kombination mit der Brennweite auf die Sensorgröße aus. Bokehfanatiker mögen zwischen f/1.2 f/1.4 und f/1.8 exorbitante Unterschiede sehen, die Bildwirkung aber ergibt sich immer aus der Gesamtkomposition und nicht der Frage, wieviel Millimeter neben Augen/Nase der Unschärfeverlauf beginnt. Übrigens kenne ich keinen Portraitfotografen, der extrem lichtstarke Optik durchweg mit Offenblende nutzt – warum? Weil Bilder ansonsten sehr schnell langweilen, wenn man immer auf den gleichen Blendenwert und die damit gleiche Bildwirkung setzt. Obendrein gibt es vergleichsweise nur eine handvoll wirklich guter Portraitobjektive mit entsprechender Bokehstärke (Anzahl Blendenlamellen, manches Retro Objektiv mit 135er oder 200er Brennweite konnte mit 12 – 15 Lamellen auftrumpfen). Licht und Hintergrund sind für ein gutes Bokeh von eben so großer Relevanz wie das Objektiv selbst. Die Sensorgröße ist eigentlich nur das physikalische „Gegengewicht“ – je größer der Sensor, desto geringer die Schärfentiefe. Ein Effekt, der im Umkehrschluss auch gewisse Vorteile kleinerer Sensoren aufführt – bei Makros oder in der Landschaftsfotografie z. B.  ist eine größere Schärfentiefe physikalischer Vorteil, weil ein 14mm oder 16mm Vollformatsensor weit schwieriger auszuleuchten ist. Das 17-40mm L von Canon wie auch die erste Version des 16-35mm L hatten sehr derbe Randunschärfe trotz das man auf f/16 abgeblendet hatte.  Also, wer ein XF 56mm f/1.2 sein Eigen nennt, erhält bei diesem Objektiv mit Offenblende ein Bild, das 84mm Brennweite mit f/1.8 am Vollformat entspricht. Dennoch sind es tatsächliche 56mm und die maximale Blende ist f1.2 – der Unterschied im Vergleich zu einem 85mm f/1.8 oder 85mm f/1.4 ist marginal. Bei 85mm f/1.2 braucht es auch einen sehr versierten Fokus, um im Bild überhaupt einen Schärfepunkt ausmachen zu können.
Bildergebnisse:
Den wohl größten Denkfehler begehen Menschen, wenn sie ihre Bilder mit denen bekannter Fotografen vergleichen oder sich sog. Beispielbilder bei Produktwerbung anschauen. Die tollsten Bilder, ganz gleich aus welcher fotgrafischen Sparte, sind professionell bearbeitete Fotos. Es hat absolut nichts mit dem Sensor zu tun, wie ein Bild am Ende ausschaut. Ganz klar, der richtige Umgang mit der Technik ist der erste Schritt zu guten Bildergebnissen. Verwackelte oder fehlfokussierte Bilder sind in aller Regel nicht zu retten, das gilt für den Sensor der Handykamera wie für Halb/Vollformat und Mittelformat. Lichtbedingungen, vor allem schlechte, wirken sich immer auf das Bildergebnis aus. Auch wenn digitale Bildbearbeitung das Retten von Bildern möglich macht und mancher Bilder einfach optimiert und ein anderer dann erst kreativ bearbeitet oder manipuliert – das Ausgangsmaterial ist immer entscheidend. In 9 von 10 Fällen ist nicht der Sensor am schlechten Bild schuld sondern der Fotograf. Eine langweilige Bildkomposition bleibt langweilig. Flaues Licht, harte Schlagschatten, Überbelichtungen usw. sind fehlerhaftem Fotografieren geschuldet, nicht der Sensorgröße. Begriffe wie „goldener Schnitt“, „blaue“ bzw. „goldene Stunde“ kommen nicht von ungefähr – es sind die kleinen Regeln, welche für Komposition und Licht meistens entscheidend sind. Wer 12 Uhr mittags in den Bergen auf 2500 Metern in der grellsten Sonne fotografiert, bekommt flaue Schnappschüsse, keine enrsthaft guten Fotos oder RAW Daten. Die Kamera sieht nicht wie das menschliche Auge und allzuoft macht sich Ernüchterung breit, wenn man später versucht, solche Bilder aufzuwerten. Meine A7 konnte nicht einen Hauch bessere Bilder abliefern als die X Kameras, wenn ich im härtesten Tageslicht fotografierte. 
Die Bildbearbeitung macht heute in meiner Arbeit 50% aus – trotz dass die Fujis allein durch ihre grandiosen Filmsimulationen bereits sehr gute jpegs abliefern. Und wenn man sich mit RAW Entwicklung beschäftigt bzw. den endlosen Möglichkeiten der digitalen Nachbearbeitung, rückt die Sensorgröße mehr und mehr in den Hintergrund. Ja, es gibt die Idee mehr Dynamik und mit entsprechender Optik den Hauch mehr Schärfe – zum Aufpreis von mindestens 1000 Euro und im fertigen Bild am Monitor nicht mess- oder sichtbar. Schaut man z.B. auf 500px, wird man fantastische Bilder finden, die aus einer Lumix, einer A7, einer Pro2 oder einer D850 stammen – aber keinem guten Foto wird man die Sensorgröße ablesen können. Ebenso gibt es unsäglich viele Bilder, wo alles falsch gemacht wurde und Begriffe wie 5 DM III oder D610 fast wie Hohn wirken. 
Letztendlich:
Bevor FotografIN über ein Systemupdate nachdenken, sollten die richtigen Fragen gestellt werden – liegt es an meiner Kamera dass ich meine Ziele nicht erreiche oder liegt es an mir? Dies ist zweifelsohne nämlich die häufigtse Ursache. Kauft man sich einen Vollformatbody, bin ich bereit, mir dann deutlich teurere und schwerere Objektive zuzulegen? Und wenn ich das bin – kann ich messbar bzw. sichtbar eine exorbitante Verbesserung der Bildqualität wahrnehmen? Die Werbung der Industrie findet meist außerhalb der wahren Beürfnisse potentieller Kundschaft statt. Gerade jetzt, wo bereits die Grabenkämpfe zu den angekündigten NIKON Z6 und Z7 begonnen haben – Pendanten zur spiegellosen Sony Vollformatserie – was ist besser oder schlechter oder teurer oder günstiger? Am Ende zählen Fotos, nicht der technische Schnickschnack und schon gar nicht die Frage, wer den Größten hat. Leider etabliert sich mehr und mehr ein Statusdenken statt ernsthaftes Interesse am Wesen der Fotografie – Fotos machen. Zum Schluss wird nie technische Perfektion entscheiden sondern die Botschaft/der Charakter eines Bildes. Perfektion ist Stillstand und vor allem das Ende der Kreativität und Emotionen, welche eigentlich immer die Absicht eines Bildes sein sollten.

 

 

 

5 Replies to “Halb wahr halb falsch: Vollformat”

  1. Schön geschrieben. Vollformat ist nicht der heilige Grahl, aber auch nicht der Teufel. Einfach ein Werkzeug.
    Was mich immer bremsen konnte:
    1. Die eigene Bibliothek nach guten und schlechten Bildern durchstöbern und sich fragen, was Vollformat hier geändert hatte.
    2. Nach der eigenen Kamera z.B. auf 500px suchen und sich einfach mal beeindrucken lassen, was qualitativ noch alles möglich ist.
    Zwar habe ich noch Objektive auf meiner Liste, aber eine Systemumstellung? Kein Bedarf.

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    1. Hi,

      ganz klar, der Beitrag ist kein Verteufeln eines Formats sondern eine kritische Auseinandersetzung mit dem (Werbe-) Image und der fotografischen Praxis verschiedener Sensoren. Ich finde das Beispiel sehr passend – Bildergebnisse anhand Kamerasuche betrachten und dann feststellen, dass die Art der Kamera (ausgehend von einem gewissen Niveau an Kameraklasse) eigentlich nichts mit dem Bildergebnis zu tun hat.

      Aber man erlebt sehr oft, wie erfolgreich sich Werbung in Köpfe brennt – „Labortests“ als Maßstab und Zahlenspiele, die bestenfalls in bestimmten Kriterien der Fotografie von Relevanz sind. Welchen Studiofotograf interessiert in der Regel das ISO Verhalten einer Kamera bei 6400 oder höher? Ergo, viele Leute verlassen sich auf Behauptungen, Laborwerte und Nerdwissen statt sich einzig auf ihre Belange und Ansprüche zu reduzieren.

      Ich nutze und nutzte vom 1 Zoll Sensor (DMX III) über Halb – bis Vollformat alle möglichen Kameras und die Unterschiede der Bildergebnisse waren meist nur in grenzwertigen Situationen sichtbar. Dahingegen sind Sony Sensoren ab APS-C denen von Canon in den Tiefen/Schatten haushoch überlegen – sichtbar, jeder der unterbelichtete Tiefe bei Canon aufhellte, weiß, wie schlecht dort ab einem gewissen Grad die Durchzeichnung ist. Es macht Canon nicht schlecht aber zeigt, dass Vollformat eben dieselben Schwächen haben kann wie ein Halbformat. Und und und 😉

      Ich denke, dass ich dem Fuji X System noch lang die Treue halte. Bisher machen sie ja (fast) alles richtig, kurioserweise erschließt sich mir einzige der Sinn der X-H1 nicht ganz aber zumindest Filmer werden da verständlicherweise ganz anders denken.

      Grüße!

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  2. Gratuliere! Ich bin auf der Suche nach einer neuen Kamera und wurde verunsichert von der Vollformatwerbung. Aktuell fotografiere ich mit einer Nikon 7000. Für mich ist klar, dass ich keinen Umstieg auf Vollformat machen werde. Dies wegen den Kosten, der Grösse (ich will weder zu viel schleppen noch auffallen mit einer grossen Kamera/Objektiv) und als wichtigstes, weil ich erkannt habe, dass meine Bilder dadurch nicht besser werden.
    Herzlichen Dank für die Ausführungen!

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