Kuhlstall_2 (1 von 1)

Ich habe es nicht für möglich gehalten, es gab sie also doch noch, die eine Reise mit Wetter und Konditionen wie ich sie mir erhoffte. Keine Hitze, kein heißer Frühling, kein zu langer Sommer. Angenehme Temperaturen, Wolken, Wind, Regen und alles über in und um die Landschaft der Sächsischen Schweiz – Heimaterde. Oder Gestein. Oder Wälder. Wie auch immer, es war schon nahe an Perfektion. Aber Rückwärts.
Der erste Schock ereilte mich gestern Abend – Speicherkarte leer. Es brauchte einige Minuten bis ich ausrechnete, dass 1 und 1 doch 3 ergibt – denn ich hatte nach einem Reset meiner Kamera den zweiten Kartenslot nicht aktiviert oder deaktiviert oder die neueste Firmware macht was sie möchte – zumindest bringt sie mir sehr viele Ärgernisse – die Kamera friert nun wieder ein. Das war doch ein Geburtsproblem der T2? Servus, es ist zurück und es braucht dazu keine Serienbildaufnahme oder sonstige Zutaten. Anyway, RAWS und JPEGS waren auf dem ersten Kartenslot abgespeichert, wie gut, dass ich paranoide Kartenausfallszenarien gar nicht in Betracht ziehe sondern eher aus Platzgründen zwischen Rohdaten und Kamerabildern trenne.
Erwähnenswert war übrigens die Deutsche Bahn am gestrigen Samstag. Der IC von Dresden nach Köln fährt ein. Ich steige ein. Nach 5 Minuten fragt bereits der Bordservice ob ich einen Kaffee möchte. Abfahrt 11:21 Uhr. Es ist 11:31 Uhr, ich bekomme mit, dass besagter Bordservice von der Lufthansa abgestellt ist. Es ist 11:35 Uhr, der Zugführer gibt durch, dass sich die Abfahrt verzögert – das Zugpersonal ist nicht da. Ich rechne bereits – Aufenthalt in Leipzig 20 Minuten bis zum ICE nach Frankfurt, das wird eng. Es ist 11:40 Uhr – der Zugführer teilt mit, dass der IC ersatzlos gestrichen ist, weil kein Bordpersonal auffindbar ist. Alle Gäste mögen bitte umgehend aussteigen. Wir halten fest, Privatisierung und Börsengang sind erfolgreiche Mittel um ein einst staatliches schwaches Unternehmen in den absoluten Irrsinn zu führen. So wie das Verkaufen von städtischen Immobilien landesweit auch zum gesunden Mietwettbewerb und Wohnungsüberfluss führte – also daran vorbei. So wie verschwenderischer Lebensstil auch freiheitlicher ist als verantwortungsvoller Dankt härterer Gesetze. Ach, wo bin ich denn schon wieder. Genau, in der Sächsischen Schweiz.
Entgegen aller Pläne war es dann doch wieder mehr Wandern als Fotografieren, was nun aber auch nicht so schlimm war. Inmitten der tief herbstlichen Landschaft ist jeder Schritt ergo Blick eine Augenweide. Und lässt man außer Acht, dass man vor 8 allein auf der Bastei ist und nach 9:30 Uhr von Menschenmassen überrannt wird, war es fast schon einsam an allen anderen Flecken. Zwar gehörten einige Hotspots dazu, doch bereits auf den Schrammsteinen oder um den großen Winterberg/Schmilka und jenseits von Lichtenhainer Wasserfall und Kuhstall war faktisch niemand mehr. Die Schrammsteine haben sich auch als mein zentrales Motiv herausgestellt. Von Krippen aus sah ich sie von unten, oberhalb von Krippen auf dem Kohlbornstein, auf dem Gipfel des Papststeins und vor allem von der Kipphornaussicht während des Abstiegs vom großen Winterberg.
Schrammsteine_9 (1 von 1)
Fotografiert wurde zum großen Teil mit dem XF 18-55 und nur in Ausnahmen mit dem XF 10-24. Bei kürzeren Trips hatte ich die A7 noch mit dem Samyang 24mm f/2.8 Pancake dabei. Bildvergleiche werden wie vrsprochen folgen. Grundsätzlich war in den Wäldern ein Objektiv mit Bildstabilisator sinnvoll, nur bei hoffnungslos wenig Licht setzte ich auf ein Stativ. Mein Marschgepäck war gefühlt doch recht groß – wohlgemerkt bei Tagestouren zwischen 15 bis 20 Kilometern. Vom Beuthenfall nach Schmilka legte ich zum Beispeil 22 Kilometer zurück mit 700 Höhenmetern und 650 Abstiegsmetern – natürlich abseits der großen Wanderwege.

Schrammsteine_1 (1 von 1)

Schrammsteine_2 (1 von 1)

Es klingt zwar fast wie eine Ausrede, aber für großartige Bildkompositionen hatte ich mehr oder minder keine Lust oder Zeit und oftmals sprangen einen die Motive regelrecht an. Daher ist die Bilderauswahl nun auch sehr groß und es wird einige Zeit dauern, bis ich überhaupt erst einmal aussortiert habe. Bisher wirkt es allerdings recht vielversprechend.

Schrammsteine_10 (1 von 1)

Schrammsteine_7 (1 von 1)

Es war die beste Zeit des Jahres für tiefherbstliche Stimmungsbilder. Bei mir laufen diese Bilder ja alle unter dem Titel „All the colors of death“ im Kopf zusammen. Und abgesehen von einem hoffnungslos verschmutzten Sensor waren die Bildergebnisse oftmals schon recht gut und die hier gezeigten Bilder sind in flotten 10 Minuten durch die RAW Entwicklung gelaufen. Ja, es geht auch ganz ohne aufwendige Photoshopeingriffe. Für die JPEGS habe ich auf Velvetia gesetzt, dass die Farben bereits angenehm sättigt. Was mir auffiel, ist eine Neigung zum Blaustich in schwarzem Gestein, was auch in den RAW Dateien auffällt und teilweise mit einem flotten Weißabgleich nicht korrigierbar ist. Der lila auftauchende Fleck bei bestimmten Gegenlichtsituationen ist eigentlich ein Unding, wenn man während des Knipsens daran denkt, stellt es aber kein großes Problem dar.

Schrammsteine_6 (1 von 1)

Schrammsteine_4 (1 von 1)

Schrammsteine_8 (1 von 1)

Wie ein guter Song ist letztendlich so ziemlich das auf der Speicherkarte gelandet, was ich mir vorstellte. Die großen Nebelmeere konnte ich nicht festhalten, einerseits war die Chance wetterbedingt eher gering und an dem Tag, wo die Chance gut war, bin ich zu spät aus dem Haus gekommen. Übrigens gab es nicht nur wolkige Tage, im Gegenteil, Montags und Dienstags befürchtete in sogar durchgehenden langweiligen blauen Himmel. Das Elbsandsteingebirge ist zwar nicht hoch, doch Wetterabweichungen finden über dem Elbtal auch in 300 bis 500 Meter Höhe statt.
Demnächst soll es dann umfassendere Bildsammlungen geben, aber das wird sich noch einige Zeit hinziehen. Bis dahin bin ich hoffentlich schon in der Lage abzuschätzen, ob es im Winter wieder dorthin geht. Sofern der Zug fährt. Bei der Bahn weiß man offenkundig nie – You get what you pay ist definitiv nicht der Anspruch dieses Unternehmens. Was aber nichts daran ändert, dass die Sächsische Schweiz wieder und wieder besucht werden kann und sollte. Idealerweise nächstes mal im Schnee.
#Daniel Vorkauf #Fujifilm #Elbsandsteingebirge #Travel #Landschaftsfotografie

 

2 Replies to “All the Colors of Death”

  1. schöne Bilder, hab gleich meine 2 Faves ausgemacht…ansonsten zieht dorthin, dann schaff ich das sicher auch eher mal dorthinzukommen und sowas vor der Haustür hätte denk ich auch sehr viel für sich ;)!

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: