Ihre Bilder schauen aber echt professionell aus …

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Wie so oft wird der Irrtum eigentlich in den Werbesprüchen der Industrie erzeugt und wie so oft neigen viele Leute dazu, Phrasen entsetzlich ernstzunehmen. So las ich heute bei einem deutschen Onlinehändler wieder, dass zum Beispiel alle Fujinon XF Objektive Profiansprüchen genügen. Sony baut mit der A7 und A9 Reihe Kameras für professionelle Ansprüche. Natürlich finden sich ähnliche Floskeln bei allen Herstellern und Händlern. Was aber bedeutet es nun, ein Profi zu sein – möglichst großes Equipment, möglichst teures Equipment oder gar beides zusammen?
Ganz einfach:
Wenn Du ein Profi Fotograf bist, dann lebst Du von der Fotografie. Dann ist die Fotografie mit allem Drumherum Dein Beruf. Wie ein Koch, nur eben mit Kamertechnik statt Kochausstattung. Und wenn Du ein Profi bist oder werden möchtest, solltest Du Dein Handwerk beherrschen – inklusive Kundenstammpflege, Soll – und Habenkenntnissen, Kranken – und Rentenversicherung und allem drumherum. Und Du hast Dich den Wünschen Deiner Kundschaft zu beugen. Die sagen, was sie wollen, alles andere ist seltener Luxus.
Wenn Du kein kein Einkommen aus Deiner fotografischen Tätigkeit beziehst, bist Du kein Profi. Und jetzt kommt der Witz:
Das bedeutet weder, dass Du nicht Zehntausende Euro für Equipment ausgeben darfst oder dass Deine Bilder schlechter sind als die eines Profis. Es bedeutet nicht, dass Hobbyfotografie qualitativ unter professioneller Fotografie steht. Es gibt grandiose Profi-Fotografen und es gibt eine Menge Profis, deren Stil man auch schrecklich finden kann. Denn gute Fotos sind oftmals weit weniger eine Frage von Equipment und Status als von persönlichem Geschmack. Ich zum Beispiel als überkritischer Betrachter von Hochzeitsbildern und Portraits finde die Anzahl der richtig stilvollen Profis vergleichsweise gering, manche Trauungszeremonie wird durch extravagant platt-pathetische Fotoakrobatik zur visuellen Katatonie – oder man denke an die Barbiepuppen Retuscher oder an die Anorexie-Ästheten, die sogar einem Skelett noch ein paar Kramm Fett weglichten und Hülle ohne jegliche Fülle noch als ästhetische Wegweiser verballhornen  – also auch Profis können sogar richtig bizarre Schrammelkünstler sein.  Aber sie werden dafür bezahlt.
Ich kenne einen isländischen Videografen, der seit einigen Jahren professionelle Videos produziert, primär mit Drohnen. Für isländische Reiseagenturen, für das isländische Fernsehen und einmal sogar für NBC. Davon lebt er halbgut. Hauptsächlich aber lebt er von Hochzeitsfotografie und das tut er mit nicht der halben Begeisterung  wie für Drohnenfilme oder sein Hobby: Landschaftsfotografie. Aber er lebt hauptsächlich vom Geld, dass er aus Hochzeitsaufträgen verdient. Wenn Du also davon träumst, dass Du von Deinen Fotos leben willst und die Welt darauf nur wartet  – welcome to reality. Die Welt wartet nicht auf Dich und wenn Du davon leben willst, dann hast Du viel zu tun und wirst noch weniger Zeit haben, Dich als Profi zu bezeichnen nur weil es vermeintlich dem Ego oder Deinem Status gut tut. Und kein Equipment dieser Welt wird daran etwas ändern. Ja, Du wirst kaum Chancen haben mit Handyfotos die Ansprüche irgendwelcher Argenturen zu bedienen. Aber entscheidender ist, dass keine Argentur ihre Fotografen anhand deren Equipments auswählt. Daher kaufe nicht, was als Profiequipment tituliert wird oder was besonders wichtig oder teuer ausschaut. Kaufe was Du wirklich benötigst und genieße alle Freiheiten, die Du als Amateur und Hobbyfotograf inne hast. Das schließt weder aus, richtig gut zu werden noch irgendwann dadurch Geld verdienen zu können.
Oder als kurzes aber durchaus stimmiges Zitat:

Unbenannt

Just my 2 cents.

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