Schöne Musik fotografieren

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Árstíðir a Capella

Zum zweiten Mal beehrten Árstíðir das Aschaffenburgerische Colos Saal am gestrigen Abend und nebst zu erwartend guter Musik gab es für mich die Chance, das Kamlan 50mm f/1.1 ganz praxisnah zu testen. 50mm sind für mich eher eine selten genutzte Brennweite und seit den ersten Makro Tests mit Hilfe von Zwischenringen blieb es zu oft verpackt zurück.

Die hier gezeigten Fotos sind „Out of Cam“ jpegs, allesamt mit ISO 1600 aufgenommen und mit f/1.4 bis f/2.8 eingestellt. Kurzum, ich bin mit der Leistung des Objektivs sehr zufrieden, die immense Lichtstärke erlaubte mir auch bei sehr wenig Licht ausreichend schnelle Auslösezeiten und da ich wie ein Maulwurf hier und da im Saal ab – und auftauchte, bremsten mich auch die 50mm nicht aus. Von meinem Sitzplatz aus hatte ich immer abgeschnittene Köpfe im Bild, so ging es also blindlings nach vorn und von Lücke zu Lücke. Die X-T2 leistet nachwievor auch im Lowlight hervorragende Dienste, ich hatte nicht einmal das Peaking eingeschaltet sondern habe mit Hilfe der Lupenfunktion scharf gestellt, was sich mit dem Kamlan hervorragend bewerkstelligen lässt.

Árstíðir

Árstíðir hatten Glück, dass ich sie einst vor 7 oder 8 Jahren nicht als  Boy Band abtat. Der erste Song, den ich von ihnen hörte, heißt „Lost in you“, was pathetisch triefend wirkt und ich mit englischsprachigen Islandsongs ohnehin sehr schwer tue. Aber gemäß dem „Be open minded Prinzip“ gab es im 12 Tónar/Reykjavik dann doch die große Hörprobe und das Album ging sofort ins Blut über. Folkloristisch, etwas klassisch, manchmal bedrohlich, Árstíðir überzeugten mit einem schlüssigen Gesamtkonzept und vor allem Vollblutmusiker Fähigkeiten.

Nachdem beim ersten Konzert in Aschaffenburg erwähnt wurde, dass einer der Songs entstand, nachdem sich der Sänger beim Pumpgunschießen das Schlüsselbein brach und er das musikalisch aufarbeiten musste, verflogen auch die letzten Zweifel, ob es hier Herzschmerzmissionare geht. Nein, die Musik ist grundauf ehrlich und wiedererkennbar, vor allem treffen die Gastmusiker mit ihren Cello/Violine Einsätzen genau meinen Geschmack. Die 3 Jungs ergänzen sich stimmlich perfekt, ganz gleich ob in komplexen Kompositionen oder a capella.


 

Gespielt wurde etwa 90 Minuten, die 15 Minuten Pause dazwischen fand ich nicht als angenehm, einerseits weil das innerliche Herunterfahren uterbrochen wurde und die sehr hohe Anzahl von Besuchern eine üble Geräuschwelle des Tratsch und Geschwätz verübte, was mir auf Konzerten grundsätzlich nicht passt. Übrigens waren es gewiss doppelt so viel Besucher wie vor zwei Jahren, ich denke Árstíðir haben sich zu Recht ein breites Publikum erspielt. Ihr neuestes Album haben sie mit sommerlicher Stimmung versehen, die Kritiken nennen es winterlich. Da trennt sich die Spreu vom Weizen, denn die neueren Songs waren weit weniger von dieser Dunkelheit durchdrungen wie frühere Stücke. Es war tatsächliche isländische Sommermusik, was auch dem Einsatz von Percussions geschuldet war. Nicht schlecht, aber ich ziehe definitiv die älteren Stücke vor. Árstíðir haben übrigens 10 jähriges Jubiläum dieses Jahr – sie gründeten sich kurz nach dem isländischen Bankencrash in 2008. Exakt das Jahr, in welchem ich all jene auslachte, die behaupteten, der Kapitalismus würde jetzt zusammenbrechen. So so.

Zum Schluss noch einige youtube Links, das „Himinhvel“ nicht spielt wurde, finde ich weniger schön, daher muss ich mit etwas Neid auf eine Live Performance des Songs verweisen – ausgerechnet im KEX/Reykjavik 2015, das Hostel, wo ich meinen  ersten Maßkrug mit isländischem Billigbier (im Sinne von schlechtem Geschmack zum stolzen Preis von umgerechnet knapp 20 Euro) trank und mir die Band mit diesem Song gewiss den Folgekater erspart hätte. Aber da es sicherlich noch einige KEX Besuche geben wird, besteht ja die Chance, Árstíðir dort noch zu erleben.

https://www.youtube.com/watch?v=kLpbOPyj0dk

https://www.youtube.com/watch?v=1sN01xvvfsg

https://www.youtube.com/watch?v=1uSMqx7OCqI

https://www.youtube.com/watch?v=8FJpQ-hkNKg

Insgesamt ein tolles Konzert und schöner Ausklang für dieses Jahr.


#Árstíðir #Konzert #Review #Kamlan #DanielVorkauf


One Reply to “Schöne Musik fotografieren”

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