Island Februar 2019

Kerið
Explosionskrater Kerið nahe Selfoss, Südisland
Kurzentschlossen ging es für 8 Tage nach Island, dieses Mal nicht in den Norden der Insel sondern gerade einmal 90 Kilometer von der Rauchbucht-Hauptstadt entfernt. Noch genauer haarscharf an der südöstlichen Frontlinie des sogenannten „goldenen Zirkels“ – dem inzwischen wohl zum Inbegriff des Auflaufens von Spasstouristen mutierten Vorzeige-Islands. Anyway, ich möchte mich gar nicht zur Tourismusindustrie Islands äußern und zu einem nicht unwesentlich anwesenden Anteil von Sneaker-tragenden Jogginghosenfreaks mit Selfiestangen. Das ist eine komplexe Mischung aus Erbärmlichkeit von Seiten dieser Art „Weltentdecker“ und aus Traurigkeit von Seiten der isländischen Kapitalinvestoren, die für schnelles Geld ihr eigenes Land ausbluten lassen. Es ist nicht zu ändern aber ich lass mir meine Liebe zu dieser Insel nach 10 Jahren und 19 Reisen nicht nehmen. Und es ist bekanntlich kein Islandproblem – dort fällt es aufgrund der Größe des Landes und der Konzentration an bestimmten Flecken einfach besonders auf.

Nach der ersten Nacht bei Claus in Island ging es bei angenehmen – 9 Grad Richtung Flúðir, Ziel war ein nicht näher zu erläuternder Ort zwischen Selfoss (die hässlichste Stadt Islands) und dem Wasserfall Gullfoss. Selbiger wurde aus oben genannten Gründen generell gestrichen, obwohl nur 30 Autominuten entfernt. Gemeinsam mit etwa 50 Pferden und 3 Hausbergen galt es also, sich abseits des goldenen Zirkels zu bewegen – jeden Ort hatte ich xfach gesehen, Plätze wie den Öxarárfoss oder besagten Gullfoss bereits vor 3 oder 4 Jahren vor 6 früh oder nach 17 Uhr abends besucht. EInzig der bekannte Strokkur war Teil einer Tagesetappe und mündete vom Ankommen ohne Parken im fluchtartigen Wegfahren. 15 Uhr im Februar am berühmtesten Geysir der Welt mutete an wie einer großformatigen Gafferdemo beizuwohnen. Wie schön war es doch, den Abzweig zur F337 zu sehen – jene schicksalhafte Piste, in der ich jämmerlich im Schnee scheiterte und auf Abschlepphilfe angewiesen war – vor knapp 7 Jahren im September. Und noch ehe ich total im Zorn versinken konnte, heilten diese Erinnerungen frische Wunden.

Trotz der vielen Reisen entdeckt man immer wieder neue Passagen und Abschnitte – sei es der tief gefrorene Hjálparfoss oder die verlängerte Straße 32, welche ohne Winterdienst (dennoch gut befahrbar bei 30 – 50cm Schnee neben der Straße und 10 – 20cm auf der Straße) in der F26 mündet – die Einfahrt in die Sprengisandurpiste, welche im September 2012 leider ins Wasser fiel, da ein früher aber heftiger Wintereinbruch alle Pläne zunichte machte und die Umkehr von Ladmannalaugar so erzwungen wurde. Dann flogten 2 Tage Schmelzwetter, was mich dann wirklich den letzten Nerv zu kosten drohte. Aber die Götter erhören manches Klagen – denn dann kam der Winter zurück und zwar übermächtig mit 20cm und mehr Neuschnee, so dass der SUV mehr als einmal ins Schlingern kam und ich mich zum Schneeschippen ohne Schneeschippe berufen fühlte. Noch vor dem vielen Neuschnee gab es ein einstündiges Zeitfenster für Polarlichter, praktischerweise sogar mit der KP 3,66 – also schöngerechnet eine KP 4 in einzelnen Augenblicken. Lichtverschmutzung und Stromleitungen waren zwar nicht unerheblich aber es gehörte dort einfach dazu – und ehrlich gesagt bin ich diese glatt gebügelten Lofoten, Vestrahorn und Kirkjufell Polarlichtaufnahmen auch leid.

Zurück ging es Freitag und wohlweislich über die Straße im goldenen Zirkel, die zumindest später geräumt wurde. Hier musste ich dem Auto das Letzte abverlangen – weniger Kilometer vor der geräumten Straße 35 hatte sich ein chinesisches Päärchen erfolgreich von der Straße manövriert – im SUV mit Allrad und Spikes – es kann jedem etwas passieren aber weder die Kurve noch der Straßenzustand konnten erklären wie sie das iniziiert hatten – ein Superjeep zog sie aus dem Graben, ihnen war nichts passiert und der Karren schien auch keine größeren Schäden davon getragen zu haben.  Dank Nebel und chaotischem Sonnenlicht wurde die Fahrt nördlich des Þingvallavatn ein fotografisches Eldorado – die neuen Schneemengen verwandelten selbst kleinere Berge und Krater in mächtige Eisriesen und von einigen Punkten aus hätte man glauben können am Polarmeer zu stehen. Und während ich gen Westen fuhr, hörte ich auf die Anzahl der Busse und Autos zu zählen, die aus westlicher Richtung heranströmten. Gegen den Strom war schon immer die beste, wenn auch nicht einfachste Richtung. Zumindest verfehlen (glücklicherweise) die meisten Besucher die wirklich interessanten Stellen, man kann auch am im Þingvellir Nationalpark mutterseelenallein sein.
Heute ging es zurück und demnächst wird es ordentlich viel neues Bildmaterial geben. Gefühlt dominieren dieses Mal die isländischen Pferde die Datenflut. Und meine Liebe für „Lichtflecken“ oder „Streifen“ konnte ich gut ausleben. Hier schon einmal vorweg – das Samyang 12mm f/2 war mein Immerdrauf, öfters als das 23er 1.4 und die XF 35er WR Version. An der A7 gab es nur das Samyang 24mm f/2.8 – was nach viel klingt (das XF 10-24, XC 50-230 waren auch noch dabei), war jeden Tag ohne sonderlichen Aufwand oder zuviel Last dabei. Samyang hat mich einmal mehr beeindruckt an beiden Kameras.

Bilder folgen…

#Island #Daniel Vorkauf #Fujifilm #Iceland #Travel #Reise #Fotografie

 

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