Cold Hearts don`t know Sorrow

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Derselbe anerzogene Geisteshochmut, der die meisten Menschen unfähig macht, das geistige Tierleben zu erkennen, blendet die meisten Erzieher gegen die Regungen göttlichen Geistes in den Kindern. (Otto Berthold)
Man könnte Islands einzigartige Landschaft zuweilen vergessen, wenn man sich voll und ganz auf das Wesen der Pferde dort einlässt. Jedes dieser Individuen hat eine ganz eigene Aura und vor allem Charakter. Dies gilt natürlich nicht nur für Islandpferde sondern für alle Lebewesen, aber nicht jedes Pferd kann in derartig drastisch unterschiedlichen Witterungen überleben. Und während Isländer und Touristen bei zuviel Wind oder Frost die warmen 4 Wände aufsuchen, trotzen diese Tiere selbst heftigsten Stürmen und Witterungsattacken.
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2er Selfie mit dem Samyang 12mm
In Kontakt mit den Pferden zu treten bedeutet mehr als an einem Zaun stehen zu bleiben und bei Gelegenheit das Tier zu streicheln. Allein schon im Sinne des Respekts verbietet es sich, den Tieren rücksichtslos zu nahe zu treten. So ergab es sich, dass ich mit viel Geduld auf das Verhalten und die Reaktionen der Tiere wartete. Islandpferde sind in aller Regel sehr zugängliche Zeitgenossen, aber nicht jedes Tier möchte berührt werden und die Begeisterung für Fotos fällt ebenfalls unterschiedlich aus. Die Einen posieren voller Herzlichkeit, andere blicken verächtlich am Fotografen vorbei und die Nächsten beginnen am Objektiv zu schnuppern oder versuchten in die Gummiabdeckung des EVF zu beißen. Ehe man sich versieht, hat man 2 Stunden bei Pferden verbracht, die Finger fast steif gefroren (ich habe eine eiserne Abneigung gegenüber Handschuhen), die Füsse brennend kalt und 3 Akkus leer. Dafür war ich dann auch anerkannt und konnte mich die kommenden Tage immer mit und zwischen ihnen bewegen – knieend fotografieren führte dazu, dass sich dann 5 oder 6 Pferde um mich herum hatte und nicht mehr aus der Position nach oben kam. Glücklicherweise wird man warm angehaucht und nur punktuell vollgesabbert.
Fotografiert habe ich an den verschiedenen Tagen mit dem Samyang 12mm f/2, dem 35er f/2, 23er f/1.4 und aus größerer Distanz mit der 50-230 Plastikgurke. Letzteres gehört zu den Objektiven, die für so wenig Geld unglaublich viel Abbildungsleistung erzeigen, allerdings ist die Lichtschwäche ein echtes Manko. Das Superweitwinkel bringt im Nahbereich erfahrungsgemäß recht witzige Perspektiven/Verzerrungen ins Bild, aber irgendwie funktionieren diese Ergebnisse dennoch ganz gut.Man sollte im Vorfeld immer wissen, welche Art von Fotos man machen möchte – Portraits mit viel Freistellungspotential oder die Tiere eingebunden in der weitläufigen Landschaft. Da ich die Besuche bei den Pferden mit Aufstiegen zu den Hausbergen kombinierte, war ich öfters nur mit Weitwinkelobjektiven unterwegs. Und hatte ich beide Kameras dabei, war die nicht in Benutzung stehende von größtem Interesse – meine A7 wurde ordentlich getestet, was in aller Regel mit Nase, Lippen, Zähnen und Zunge geschah. Da ich natürlich eher bereit bin die A7 zu opfern als mein Fuji Equipment, war dies aber völlig in Ordnung.

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Und auch wenn Fotos von diesen Tieren immer einen Reiz haben, sind die richtig guten Bilder eher die Ausnahme. 3 oder 4 der Pferde folgen mir in jede Richtung und oftmals hatte ich die Kamera noch nicht vor dem Gesicht, da war ich bereits wieder umkreist und hatte Probleme mit der Nahstellgrenze. Das Samyang war standardmäßig auf f/8 eingestellt, was ich in der Hitze des Knipsens gar nicht mehr registrierte – 12mm bei f/8 heißt mit hoher Schärfentiefe zu fotografieren, was nicht unbedingt vorteilhaft ist, wenn man Portraits machen möchte. Nachträglich Unschärfe einarbeiten ist müßig, wirkt unecht und man belässt es dann besser bei dem ursprünglichen Ergebnis. Andererseits ist es mit einem manuellen Objektiv auch sehr schwer, aus der Bewegung heraus den Schärfepunkt bei f/2 oder f/2.8 exakt zu setzen.
„Die Leute sollten weniger Zeit damit verbringen, ihren Pferden etwas zuzuflüstern, sie sollten es mal damit versuchen, den Pferden zuzuhören.“ – Was übrigens ebefalls für alle Lebewesen gilt, es würde im Menschtier – Nichtmenschtier – Verhältnis manche Sache ins positive verrücken.
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Fuji X-T2 + Samyang 12mm f/2
Mein vielleicht bestes Foto aus dieser Woche, ich mag die Perspektive in Kombination mit dem Minimalismus um das Pferd – der Betrachter erhält einen Eindruck von der Landschaft, ohne das selbige vom Vordergrund ablenkt. Die Bearbeitung erfolgte in 10 Minuten via Camera Raw und Silver Efex Pro. Keine interne Kamerasoftware kann ein solches Ergebnis errechnen. Allein das trübe Wetter aus dem Bild zu zaubern war essenziell für die Bildwirkung.
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Sie schüttelt sich nachdem sie an der Kamera einen Probebiss verübte. Vielleicht eine natürliche Abneigung gegen Plastik. Die Auslösegeschwindigkeit war halbwegs passend, mir wäre hier 1/1000 Sekunde oder schneller natürlich lieber gewesen.
Warum nun dominant schwarzweiss? Weil ich es stilistisch am aussagekräftigsten finde und die Reduktion auf Grautöne das unwesentliche ausblendet. In einem B&B in Keflavik fand ich eine Karte, die „Pferderassen“ auf Farben und Muster reduziert. Der Inbegriff der Ausblendung aller relevanten Kriterien – es sind Lebewesen. Sonderbarerweise und zu Recht nehmen Menschen Anstoß an der Katalogisierung von Menschen nach Hautfarbe, Herkunft und Kultur. Bei Tieren scheint dies weiterhin eine Form der Normalität zu sein.
Demnächst geht es hier dann mit Natur- und Landschaftsaufnahmen weiter, ich habe gestern trotz Übermüdung in 8 Stunden bereits alle Fotos, besser RAW Daten, sortiert und chaotisch geordnet. Weitere Berichte folgen dann.

 

#Daniel Vorkauf #Island #Iceland #horses #Islandpferde #Reise # Travel #Fujifilm

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