Wenn ich nur Objektiv besitzen dürfte …

Fujifilm X-T2 + XF 23mm f/1.4
Fujinon XF 23mm f/1.4
Gestern bereitete ich mein Equipment für einen Kurzausflug in die Alpen vor und während ich wie gewohnt Bodies und Objektivfuhrpark hin- und herschob, stellte sich mir die Frage, welches Objektiv ich keinesfalls missen möchte. Das Bild verrät natürlich schon die Antwort, aber es wäre keinen Blogeintrag wert, wenn hier nun nur ein Bild zu sehen wäre.
Das XF 23mm f/1.4 ist etwa 1,5 Jahre nach dem Wechsel zu Fujifilm in meinen Besitz gegangen. Es hat über Nacht nicht nur das XF 16-55 /2.8 als Immerdrauf abgelöst sondern ist auch in spezielleren Gebieten der Fotografie für mich zur ersten Wahl aufgestiegen. Landschafts-, Street-Fotografie, Polarlichter, Tierportraits und sogar Close Ups (mit dem Fuji 16mm Zwischenring) kann ich mit diesem Objektiv erstklassig umsetzen.
23mm sind keine allzu spannende Brennweite, umgerechnet auf KB hat mein rund 35mm Weitwinkel – das ist für viele Leute heute kein sonderlich spannendes Blickfeld – Landschaftsfotografen knipsen mit 12 – 20mm Brennweite und Portraitfotografen gehen mit 50 – 135mm Brennweite auf Bildsuche. Vergleicht man den Bildausschnitt des 16mm f/1.4 mit dem 23mm f/1.4, stellt man fest, dass diese 7mm bereits enorme Unterschiede hervorrufen. Und würde ich mich rein auf Landschaften konzentrieren, wäre das 16mm f/1.4 meine erste Wahl. Für „alle möglichen Zwecke“ aber sind die 16mm (24mm umgerechnet auf KB) bereits viel zu weit. Mein 35mm f/2 glänzt durch Witterungsschutz, ist aber eine ganze Blende lichtschwächer und kann trotz der sehr guten Abbildungsleistung weder dem 16er noch 23er das Wasser reichen. Allerdings liegen zwischen dem 35er und 16er/23er (f/1.4) auch einige Einhundert Euro, was durchaus gerechtfertigt ist.
23mm sind mir also ein willkommener Kompromiss zwischen zu viel Weitwinkel und zu viel Tele, in nahezu jeder Lage kann man mit dieser Brennweite arbeiten. Die Abbildungsleistung ist überragend, die üblichen Schwächen bei 1.4er Offenblende sind im Vergleich zu anderen lichtstarken Objektiven eher moderat, zu mal die Mitte auch bei f/1.4 hervorragend scharf ist und die Ränder zu vernachlässigen sind – auch wenn das Niveau durchaus brauchbar ist. Bereits ab f/2.8 ist das Bild knackescharf, die Bestleistung wird bei f/4 bzw. f/5.6 erzielt.
Haptisch überzeugt das 23er voll und ganz – Größenfetischisten mögen es bereits als groß und schwer empfinden – dann vergleicht dieses Objektiv einmal mit den hochwertigen lichtstarken DSLR Objektiven wie aus der Sigma Art Serie. Sehr schön ist der Stellring, mit welchem man vom Autofokus in den manuellen wechselt. Absolute neben der Spur ist lediglich die nicht nur billig aussehende Streulichtblende von Fuji sondern auch der klapprige Zustand, wenn sie seitenverkehrt auf das Objektiv geschraubt ist. Wie man erkennt, habe ich mir für satte 45 Euro hier ein optisch wie auch materiell ansprechendes Ersatzstück geleistet, das allerdings wieder den Einsatz von Polfiltern massiv erschwert. Schade eigentlich, denn für 800 -900 Euro erwarte ich auch ein wertige Gegenlichtblende wie auch sicheren Objektivfrontdeckel – der nicht nur bei diesem Fujinon gern von allen vom Objektiv fällt. Einen Bildstabilisator gibt es nicht – er hätte sich einerseits negativ auf Größe und Gewicht ausgewirkt und andererseits ist es bei der Lichtstärke selten nötig, stabilisiert zu arbeiten. Wetterfest ist es ebenfalls nicht, dieses Objektiv hat dennoch manche chaotische Wetterstunde auf Island oder in Norwegen problemfrei durchgestanden oder mit mir gemeinsam gelitten.
Natürlich gibt es die 23er f/2 WR Version, die kleiner ausfällt und eben den besagten Wetterschutz besitzt und deutlich weniger kostet. Sicherlich macht man auch mit diesem Objektiv nichts falsch, der Autofokus soll merklich schneller sein – ich empfinde den am 23er 1.4 durchaus flott, gerade in Kombination mit der T2 und T3. Da Fuji Objektive generell eine sehr gute bis hervorragende Abbildungsleistung besitzen, werden sich im fertigen Bild kaum eklatante Unterschiede zwischen beiden Versionen zeigen – doch das Gefühl sagt, dass f/1.4 einfach mehr Spielraum in der Kreativität/Freistellung erlaubt, was in diesem Fall für mich den deutlich höheren Preis auch rechtfertigt.
Zum Schluss noch ein paar Beispielbilder – die Close Ups sind wie gesagt mit dem 16mm Zwischenring entstanden – was eine extreme Nahstellgrenze mit dem 23er 1.4 erlaubt.

 

#Daniel Vorkauf #Fujifilm #XF23mmf/1.4 #Review #Fotografie #Reise #Travel

 

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